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Fußball Türkei: Süper Lig Saison 2003/2004

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Fenerbahce entthront Besiktas

Fenerbahce Istanbul ist der neue türkische Meister. Die Daum-Truppe löste Lokalrivale Besiktas ab. Der Titelverteidiger kam nach einer enttäuschenden Rückrunde nur auf dem dritten Platz ins Ziel. Den zweiten Platz und damit die mögliche Champions-League-Qualifikation sicherte sich überraschend das Team von Trabzonspor. Gaziantepspor, Denizlispor und Galatasaray Istanbul hatten bereits früh mit der Vergabe der internationalen Plätze nichts mehr zu tun. Der Vorjahresfünfte Malatyaspor sowie der Vorjahresdritte Genclerbirligi belegten in dieser Saison nur enttäuschende Plätze im Mittelfeld. Die Aufsteiger Konyaspor, Sebatspor und Rizespor konnten knapp die Klasse halten. Bursaspor muss dagegen trotz eines gewaltigen Schlussspurts neben Andanaspor und Elazigspor die Süper Lig verlassen.

Plätze 1-3

Der neue Meister Fenerbahce Istanbul verlor das erste und das letzte Spiel dieser Saison. Darüber hinaus erlaubten sie sich nur noch zwei Niederlagen und sieben Unentschieden. Mit insgesamt 14 Siegen in der Rückrunde stürmten sie an die Spitze und gaben diese auch nicht mehr ab. Fenerbahce machte den Titel am vorletzten Spieltag perfekt. Bis dahin erwies sich Trabzonspor als hartnäckiger Verfolger. Nach einem holprigen Saisonauftakt hatte sich der Vorjahressiebte aus Trabzon schnell in der Spitzengruppe etabliert. Trotz einer überzeugenden Rückrunde mussten sie Fenerbahce am Ende knapp den Vortritt lassen. Dafür konnten sie Titelverteidiger Besiktas klar auf Distanz halten. Auf Trabzonspor wartet am Beginn der nächsten Saison die Qualifikation zur Champions-League. Titelverteidiger Besiktas strebte noch in der Hinrunde einer souveränen Titelverteidigung entgegen. Doch in der Rückrunde gelangen dem Meister lediglich fünf Siege. Die letzten vier Spiele wurden sogar hintereinander verloren. Der dritte Platz und damit die Teilnahme am UEFA-Cup ist für das in den letzten Jahren so erfolgsverwöhnte Besiktas mehr als eine Enttäuschung.

Plätze 4-6

Von einem ernsthaften Verfolgerfeld des Spitzentrios konnte spätestens in der Rückrunde keine Rede mehr sein. Letztlich verpassten Gaziantepspor, Denizlispor und Galatasaray Istanbul die direkte Qualifikation für das internationale Geschäft deutlich. Gaziantepspor spielte sich nach einer durchwachsenen Hinrunde erst in der Rückserie unter die ersten sechs Teams. Mit Platz 4 konnten sie am Ende das Ergebnis aus der Vorsaison wiederholen. Von den 34 Spielen gewann Gaziantepspor nur 18. Einen Sieg weniger hatte am Ende Denizlispor auf seinem Konto. Dies bedeutete in der Endabrechnung Platz 5. Noch bis zur Winterpause war Denizlispor dem Spitzentrion noch ganz dicht auf den Fersen. Doch nach acht Niederlagen in der Rückrunde blieb nur ein Platz im Verfolgerfeld. Eine herbe Enttäuschung war der Saisonverlauf für Galatasaray Istanbul. Der türkische Vorzeigeclub und letztjährige Vizemeister stürzte in diesem Spieljahr auf Rang 6 ab.

Das Mittelfeld

Samsunspor konnte sich nach dem Abstiegskampf in der letzten Saison frühzeitig im gesicherten Mittelfeld etablieren. Nach Platz 12 im Vorjahr gelang dieses Jahr ein beachtenswerter siebter Platz. Malatyaspor ist nach Platz 5 in der letzten Saison in diesem Jahr kräftig abgestürzt. Im Verlauf des Spieljahres erlaubten sie sich eine Misserfolgsserie von 17 Spielen ohne Sieg. So gesehen ist der achte Platz fast noch als Erfolg zu werten. Ankaragücü konnte den achten Platz aus der Vorsaison mit dem neunten Rang bestätigen. In der Rückrunde konnte sich die Mannschaft deutlich steigern. Dagegen ging es für den Vorjahresdritten Genclerbirligi in dieser Saison stetig bergab. Einer schlechten Hinrunde ließ die Mannschaft eine fast schon desaströse Rückrunde folgen. Mehr als Platz 10 war so nicht möglich. Auf dem elften Platz folgt der beste Aufsteiger Konyaspor. Den Platz im unteren Mittelfeld konnten sie über weite Strecken der Saison behaupten. Diyarbakirspor konnte nach Abstiegskampf im letzten Jahr einen guten Start in die abgelaufene Saison hinlegen. Den so erreichten Platz im oberen Mittelfeld konnte Diyarbakirspor in der Rückrunde nicht ganz halten. Dennoch hatten sie mit dem Abstiegskampf in diesem Jahr nichts zu tun.

Die Abstiegszone

Mit Andanaspor und Elazigspor standen zwei Absteiger bereits frühzeitig fest. Beide Teams kamen am Ende nicht über 22 Punkte hinaus. Dramatisch entwickelte sich dagegen das Duell um den dritten Abstiegsplatz. Letztlich musste Bursaspor mit 40 erzielten Punkten die Liga verlassen. Zu spät wachte der Vorjahresfünfzehnte in dieser Saison auf. Von zehn Siegen konnten sie sechs in den letzten sieben Spielen verbuchen. Doch Sebatspor, Rizespor und Istanbulspor hielten tapfer dagegen und hatten am Ende das bessere, weil glücklichere, Ende für sich. Aufsteiger Sebatspor kam zu Beginn nur schwer in Tritt. Nach nur fünf Niederlagen in der Rückrunde haben sie den Klassenerhalt verdient. Mitaufsteiger Rizespor konnte ebenfalls mit einer starken Rückserie einen Platz über dem Strich behaupten. Istanbulspor versuchte den umgekehrten Weg. Schließlich waren sie an den ersten beiden Spieltagen sogar Tabellenführer. Den Absturz auf einen Abstiegsplatz konnten sie nur durch einen deutliche Leistungssteigerung am Saisonende gewährleisten.

Kai Endres