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Wiltord will Tor – und gerne auch mehr

03.02.2009

Seit dem 15. Januar 2009 geht Sylvain Wiltord (34) für Olympique Marseille auf Titel- und Torjagd, nachdem er zuletzt bei seinem ehemaligen Jugendverein Stade Rennes kaum noch zum Einsatz kam. Das Ende seiner Karriere sieht der Franzose noch nicht gekommen.

Die Laufbahn von Sylvain Wiltord ist reichlich gespickt mit Erfolgen. Der am 21. Mai 1974 geborene Stürmer spielte bis zum Alter von 17 Jahren beim RC Joinville, bevor er 1991 in die Jugendabteilung von Stade Rennes wechselte. 1993 schaffte er schließlich den Sprung in die 1. Mannschaft, für die er zunächst zwei Jahre in der 2. Liga spielte, ehe Rennes 1995 zum wiederholten Mal der Aufstieg in die Ligue 1 gelang – auch dank der Tore von Wiltord. Mit seinen Leistungen im französischen Oberhaus erweckte der junge Angreifer schnell das Interesse anderer Vereine. So wechselte er unmittelbar nach der Teilnahme an den Olympischen Spielen 1996 in Atlanta zu Deportivo La Coruna, blieb jedoch auf Leihbasis für Rennes aktiv. Ein Ortswechsel war damit aber nur aufgeschoben.

Im Jahr 1997 folgte Wiltord schließlich einer Offerte von Girondins Bordeaux, wo er seine Sammlung von Titeln auf höchstem Niveau begann. 1999 wurde er mit Bordeaux Meister und mit 22 Toren in 33 Spielen zugleich auch bester Torschütze der Spielzeit 1998/1999. Darüber hinaus gab Wiltord 1999 auch sein Debüt in der Nationalmannschaft, mit der er nur ein Jahr später den Gewinn bei der Euro 2000 bejubeln durfte. Unmittelbar nach diesem Triumph wechselte Wiltord nach England zum FC Arsenal. Dort entwickelte er sich immer mehr vom zentralen Stoßstürmer zum Flügelflitzer. Lohn dieser Entwicklung waren zwei Meisterschaften (2002 und 2004) und zwei Pokalsiege (2002 und 2003) mit den Gunners, ehe ihn sein Weg 2004 wieder in die französische Heimat führte.

Kein geringerer Verein als Olympique Lyon sicherte sich die Dienste Wiltords, der sich nahtlos in die nationale Erfolgsspur seines neuen Arbeitgebers einfügte. Zwischen 2005 und 2007 bereicherten somit drei weitere Meisterschaften in der Ligue 1 die Titelsammlung. Hinzu kam die Vize-Weltmeisterschaft im Jahr 2006. Im Sommer 2007 kehrte Wiltord dann zu Stade Rennes zurück, wo er für die Zeit nach dem Ende seiner aktiven Karriere eine Übernahme ins Trainerteam in Aussicht hatte. Doch seine Rolle sieht der nach wie vor ambitionierte Stürmer noch auf dem Feld. Entsprechend frustriert war er nach nur sechs Einsätzen im ersten Halbjahr der Saison 2008/2009. Als Konsequenz daraus folgte am 15. Januar 2009 der Wechsel zu Olympique Marseille, das mindestens in den kommenden sechs Monaten von seiner Erfahrung profitieren soll.

In einem Interview nach seiner ersten Trainingseinheit bei Olympique Marseille erklärte Wiltord, dass er aktuell ein großes Ziel verfolge: zurück auf den Platz zu kommen. Der Stärke seiner neuen Mannschaft ist er sich dabei durchaus bewusst, will jedoch in der Rückrunde seinen Beitrag zu den ambitionierten Zielen bei Olympique Marseille leisten. Begeistert zeigte er sich von Trainer Erik Gerets, der offen und ehrlich mit ihm gesprochen habe. „Das mag ich“, so Wiltord im Gespräch. Zu seiner körperlichen Verfassung sagte der Stürmer, dass er sicherlich noch etwas Spielpraxis benötige, sich aber grundsätzlich fit fühle und daher auch bereit sei, die Anforderungen von Mitspielern, Verein und Fans zu erfüllen. Ob Olympique Marseille seine letzte Station sein werde, könne er noch nicht sagen. Am Ende der Saison sei vieles denkbar.

Kai Endres