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Urawa Red Diamonds veredelt
19.11.2007
Im Jahr 2007 trat Holger Osiek das schwere Erbe von Guido Buchwald als Trainer bei den Urawa Red Diamonds an und setzte die Arbeit seines Vorgängers nahtlos fort. Jüngst gewann das Team sogar zum ersten Mal die asiatische Champions League.
Als Guido Buchwald im vergangenen Jahr zum Abschluss seiner Trainertätigkeit bei den Urawa Red Diamonds unter Tränen das Double feiern durfte, stand bereits fest, dass es sein Nachfolger nicht leicht haben würde. Immerhin hatte der Schwabe das beliebteste Team Japans aus der Mittelklassigkeit bis zum Triumph in der J-League geführt und Lust auf mehr geweckt. Die Wahl des neuen Übungsleiters fiel schließlich auf Holger Osieck, der bereits zwischen 1995 und 1996 beim Verein war und damals noch Guido Buchwald als Spieler unter sich hatte. Osiek machte sich in Deutschland vor allem als Assistent von Franz Beckenbauer bei der Weltmeisterschaft 1990 einen Namen. Anschließend führte ihn sein Weg durch einige Stationen in Europa, zu denen Anfang der 90er auch der VfL Bochum gehörte. Im Anschluss an seine erste Zeit in Japan blieb Osiek als Trainer international aktiv. Unter anderem trainierte er von 1998-2003 die kanadische Nationalmannschaft, ehe er 2004 einen Posten als technischer Delegierter bei der FIFA übernahm.
Erst zu Beginn des Jahres 2007 tauschte der am 31. August 1948 in Duisburg geborene Osiek seinen Schreibtischplatz wieder mit dem Trainingsgelände. Aber der Start in die Saison 2007 verlief durchwachsen, was umgehend die ersten Kritiker auf den Plan rief, die jedoch relativ schnell wieder verstummten. Denn nach und nach kam das Team in Tritt. Als Wendepunkt für die positive Entwicklung nannte Osiek in einem Interview die Auftritte beim A3 Champions Cup, der seit 2003 jährlich im Februar zwischen dem japanischen, koreanischen und chinesischen Meister ausgespielt wird. Zwar kehrten die Red Diamonds ohne Titel zurück, dafür aber mit deutlich mehr Selbstvertrauen. Aktuell steht das Team trotz eines torlosen Remis am 18. November im Spitzenspiel gegen Shimizu S-Pulse kurz vor dem erneuten Titelgewinn in der J-League. Entsprechend selbstbewusst konnte Urawa auch in die Finalspiele der AFC Champions League gehen.
Dort trafen die Osiek-Schützlinge auf den iranischen Vertreter Sepahan Isfahan. Das Hinspiel, das im Foolad Shahr-Stadium des Kontrahenten ausgetragen wurde, endete 1:1. Für Urawa traf Robson Ponte kurz vor dem Halbzeitpfiff, der in der Bundesliga aus seiner Zeit bei Bayer Leverkusener bekannt ist. Das Rückspiel im heimischen Saitama-Stadium wurde dann zum Triumphzug. Am 14. November machten Nagai (22.) und Abe (71.) einen 2:0-Erfolg perfekt, der den Red Diamonds erstmals in der Vereinsgeschichte den Titel in der AFC Champions League bescherte. Darüber hinaus wurde Nagai zum wertvollsten Spieler des Wettbewerbs erkoren, Robson Ponte ergatterte zusammen mit Sepahans Seyed Salehi die Torjägerkanone und auch der Fairplay-Preis ging an die Red Diamonds. Als Finalteilnehmer der asiatischen Champions League nimmt das Team zudem an der kommenden FIFA Klub-WM teil, die Anfang Dezember in Japan ausgetragen wird.
Trotz der Verknüpfung zwischen der AFC Champions League und der Weltmeisterschaft der Vereinsmannschaften ringt die asiatische Ausgabe der Königsklasse noch um ihre Akzeptanz bei Fans und Medien. Der seit 2002 nach europäischem Vorbild ausgetragene Wettbewerb vereinigt den Wettbewerb der asiatischen Landesmeister, der seit 1967 ausgetragen wurde, und den der Pokalsieger, den es seit 1990 gab. Die Gründe für die noch fehlende Reputation sind allerdings in den immensen Entfernungen innerhalb des riesigen asiatischen Kontinents zu suchen und in den diversen ethnischen Gruppierungen, die sich auf ihm befinden. So bestreiten die erfolgreichsten Klubmannschaften des arabischen Teils Asiens mit denen Nordafrikas eine Arab Champions League. Im östlichen Teil des Kontinents spielen China, Südkorea und Japan jährlich den weiter oben erwähnten A3 Champions Cup aus. Die Champions League des asiatischen Fußballverbandes stellt sich diesen regionalen Wettbewerben tapfer entgegen. So setzt sich die Königsklasse mittlerweile aus Vertretern der 15 stärksten Nationalverbände des Erdteils zusammen. Klubs aus weniger erfolgreichen Verbänden erhalten die Möglichkeit, sich ebenfalls für die Königsklasse zu qualifizieren. Die Vorgänger der Urawa Red Diamonds als Titelträger der AFC Champions League lassen zumindest die Größe und Vielschichtigkeit des Kontinents erahnen. So durften sich vor den Japanern schon Al-Ittihad Jeddah (Saudi-Arabien), Al-Ain Club (Vereinigte Arabische Emirate) und Jeonbuk Hyundai Motors (Südkorea) in die Siegerliste eintragen.
Kai Endres
Letzte Aktualisierung: 2011-07-18 04:11:39 +0200 (CEST)
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