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U-17-WM der Frauen in Neuseeland

18.11.2008

Erstmals in der Geschichte des Frauenfußballs fand vom 28. Oktober bis 16. November eine U-17-Weltmeisterschaft statt, bei der sich Nordkorea im Finale gegen die USA den Titel sicherte. Deutschland belegte den dritten Platz.

Mit der U-17-Frauen-Weltmeisterschaft 2008 in Neuseeland betrat die FIFA im Rahmen ihrer WM-Endrunden fußballerisches Neuland, da zum ersten Mal die Juniorinnen unter 18 Jahren die weltbeste Mannschaft ermittelten. Im Endspiel des Premierenturniers standen sich Nordkorea und die USA gegenüber, wobei die Asiatinnen nach nicht einmal 120 Sekunden in Rückstand lagen. Doch ein später Ausgleich und das entscheidende 2:1 in der Verlängerung durch Hyon Sun Jang machten aus Nordkoreas Juniorinnen die ersten U-17-Weltmeisterinnen.

Dabei hatte das Turnier für die amtierenden Asienmeisterinnen in der Gruppenphase recht holprig begonnen. Einem 1:1 zum Auftakt gegen Ghana folgte ein mühsames 2:1 über Costa Rica, das Nordkorea nach einem abschließenden 1:1 gegen Deutschland knapp den zweiten Platz in der Gruppe und damit die Qualifikation für das Viertelfinale bescherte. Dort kam es nach dominanter Vorstellung gegen Dänemark zu einem 4:0-Kantersieg, ehe es im Halbfinale beim 2:1 gegen England wieder deutlich knapper wurde.

Nordkoreas Finalgegnerinnen aus den USA schleppten sich zunächst ebenfalls nur durch ihre Gruppe. Gleich zum Auftakt gab es eine 2:3-Niederlage gegen Japan, die als einziges Team die Gruppenphase ohne Punktverlust überstanden und mit der erst 15jährigen Mana Iwabuchi die beste Spielerin des Turniers stellten. Aber im Viertelfinale war für Japan ausgerechnet im Elfmeterschießen gegen England überraschend Endstation. Für die Amerikanerinnen folgte derweil zunächst ein 3:1-Pflichtsieg gegen Paraguay und ein 1:1 gegen Frankreich, das sie mit dem besseren Torverhältnis gegenüber den Französinnen in die K.-o.-Phase spülte.

Im Viertelfinale dominierten die USA beim 4:2 gegen Südkorea, bevor es im Halbfinale zum Duell zweier Topfavoriten mit Deutschland kam. Die deutschen Juniorinnen hatten sich bis dahin gerade mal ein Remis in der Gruppenphase gegen den späteren Sieger erlaubt und gingen entsprechend selbstbewusst in die Partie. Und die Tür Richtung Finale stand mit dem frühen 1:0 von Alexandra Popp (6.) lange Zeit offen. Aber im zweiten Durchgang drehte die USA durch Treffer von Vicki DiMartino (63.) und Courtney Verloo (81.) das Spiel.

Trösten durften sich die U-17-Europameisterinnen aus Deutschland am Ende mit der Bronzemedaille, die sie nach einem hoch verdienten 3:0 gegen England überreicht bekamen. Zusätzlich gewann die Mannschaft die Fairplay-Wertung, nachdem sie sich nur eine Gelbe Karte im gesamten Turnierverlauf erlaubt hatte. Als persönliche Auszeichnung durfte Dzsenifer Marozsan den Goldenen Schuh für die beste Torschützin (6 Treffer) mit nach Hause nehmen, wo die Juniorinnen am 18. November 2008 wieder ankamen.

Kai Endres

Letzte Aktualisierung: 2011-07-18 04:12:07 +0200 (CEST)