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Torjäger in Europa
20.01.2009
In der Hinrunde wandelte der Hoffenheimer Vedad Ibisevic mit seiner Treffsicherheit auf den Spuren Gerd Müllers, ehe eine Kreuzbandverletzung seinen Lauf vorerst stoppte. Doch auch in anderen Ligen Europas gibt es Torjäger, die diesem Namen alle Ehre machen.
Die spanische Primera División sieht den FC Barcelona zum Ende der Hinrunde konkurrenzlos vorne. Ein Bild, das sich auch in der Rangliste der besten Torschützen niederschlägt, die von Barcas Mittelstürmer Samuel Eto’o mit 18 Treffern angeführt wird. David Villa vom FC Valencia – seines Zeichens Torschützenkönig der Europameisterschaft 2008 – folgt mit derzeit 15 Treffern auf dem zweiten Platz.
Dass der beste Torschütze nicht zwangsläufig beim Tabellenführer spielen muss, zeigen unter anderem die italienische Serie A und die englische Premier League. In Italien tritt der momentan treffsicherste Spieler für einen Abstiegskandidaten an. Marco Di Vaio führt nach der Hälfte der Saison nicht nur das Klassement der besten Torschützen an, er ist mit seinen 14 Treffern zugleich die Lebensversicherung beim FC Bologna, der insgesamt nur 22 Tore auf der Habenseite hat. Ibrahimovic, Gilardino & Co. hinken noch mindestens zwei Buden hinterher.
Auf der Insel läuft bereits die Rückrunde, derweil bisher nur drei Akteure in Sachen Torhunger einen zweistelligen Wert aufweisen. Spitzenreiter ist ein Franzose: Nicolas Anelka vom FC Chelsea, der 14 Mal erfolgreich war. Dabei liegen die Blues mit Platz drei nur am unteren Ende der eigenen Erwartungsskala. Manchester City hat ganz andere Sorgen mit seinen Ambitionen, denen bislang nur Neuzugang Robinho als zweitbester Torschütze mit elf Treffern in Ansätzen gerecht wurde. Auf Rang drei hat der Ägypter Amr Zaki mit zehn von 25 Treffern für Wigan Athletic maßgeblichen Anteil an der positiven Entwicklung des Clubs.
Wenn in England ein Franzose als Torschützenkönig glänzt, dann tut es in der französischen Ligue 1 – natürlich auch ein Franzose. Mit seinem 13. Erfolgserlebnis setzte sich André-Pierre Gignac vom FC Toulouse am 21. Spieltag vorerst alleine an die Spitze der Rekordtorschützen. Doch der Abstand zu den Verfolgern ist nur hauchdünn. So folgen der Argentinier Fernando Cavenaghi von Girondins Bordeaux und Guillaume Hoarau von Paris St. Germain mit jeweils zwölf Treffern knapp auf den Plätzen, die Karim Benzema (10 Tore) von Serienmeister Olympique Lyon mindestens noch anstrebt.
In der türkischen Süper Lig glänzt Milan Baros von Galatasaray İstanbul mit 14 Treffern als mit Abstand bester Torjäger, auch wenn sein Verein tabellarisch den Platz an der Sonne noch nicht erklommen hat. Dort hält sich nach dem 16. Spieltag Sivasspor auf, das in Person von Mehmet Yildiz (11 Tore) auch den zweitbesten Torschützen stellt.
Eine ungewöhnliche Optik bieten die Torschützenlisten unserer deutschsprachigen Nachbarländer. So konzentrieren sich die drei treffsichersten Spieler in der schweizer Super League auf Spitzenreiter FC Zürich. Zur Halbzeit der Saison haben die Franzosen Alexandre Alphonse (11) und Eric Hassli (10) sowie der Schweizer Almen Abdi (9) ihre Nasen deutlich vorn. Allerdings nicht so deutlich, wie es bei Marc Janko von Österreichs Tabellenführer RB Salzburg der Fall ist. Zwar genießt die Bundesliga der Alpenrepublik nicht die ganz große Wertschätzung im europäischen Vergleich, doch 30 Treffer wollen auch dort erst einmal markiert sein. Zumal der zweitbeste Schütze, Stefan Maierhofer (Rapid Wien), erst mit elf Treffern Rückstand folgt und noch 14 Spiele zu bestreiten sind.
Kai Endres
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