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Starker Start
27.11.2007
Das Bündnis für Demokratie und Toleranz, die Koordinationsstelle Fan-Projekte und das Projekt „Am Ball bleiben“ der Deutschen Sportjugend veranstalteten am 23./24. November 2007 den ersten bundesweiten Kongress gegen Diskriminierung und Rassismus im Amateurfußball.
Unter dem offiziellen Titel „Vereine stark machen – Was tun gegen Diskriminierung und Rassismus im Fußballverein?“ trafen sich in Halle rund 120 Teilnehmer mit dem Ziel, gemeinsam Strategien gegen Rassismus und Diskriminierung zu entwickeln. In insgesamt fünf Foren diskutierten Akteure aus dem Fußball, der Politik und zivilgesellschaftlichen Einrichtungen lebhaft über ein breites Themenspektrum: „Von rassistischen Zwischenrufen aus dem Publikum über Auseinandersetzungen zwischen Spielern, Trainern und Betreuern und den vielfältigen Schwierigkeiten der Sportgerichtsbarkeit bis hin zur systematischen Unterwanderung von Vereinen durch rechtsextreme Parteien oder Organisationen.“ In diesem Zusammenhang betonte Gerd Liesegang, Vizepräsident des Berliner Fußball-Verbandes, dass die Amateurvereine mit dieser Aufgabe alleine überfordert seien. „Hier ist professionelle Hilfe nötig, mehr Ressourcen und mehr Anerkennung und Aufmerksamkeit von oben.“ Doch nicht alles kann von oben kommen, wie es die Teilnehmer in der Abschlussrunde treffend formulierten. Es gilt, das richtige Maß zwischen Eigeninitiative und Unterstützung zu finden.
Den vielen guten Ideen, die es an diesem Wochenende zu hören gab, sollen mit verbesserter Transparenz und Vermittlung weitere Taten folgen. Dazu planen die Organisatoren des Kongresses vergleichbare Veranstaltungen auf regionaler und lokaler Ebene sowie die Produktion eines Leitfadens. In diesem werden Handlungsgrundsätze vorgestellt, die „den Ehrenamtlichen in der täglichen Arbeit vor Ort Orientierung im Umgang mit Diskriminierung und Rassismus geben sollen. Außerdem wird er Kontaktdaten von anderen Engagierten, Verantwortlichen und Vereinen sowie Tipps für sich neu gründende Fan-Initiativen enthalten.“ Der Leitfaden wird in Kürze auf den Websites der Organisatoren zur Verfügung stehen, die im Anschluss an die Veranstaltung eine durchweg positive Bilanz zogen.
Gerd Wagner, Leiter des Projektes „Am Ball bleiben – Fußball gegen Rassismus und Diskriminierung“ der Deutschen Sportjugend:
„Erfreulich ist, dass die Teilnehmer keine Forderungen an die große Politik gestellt haben, sondern selbst Lösungsmöglichkeiten im Kampf gegen Rassismus und Diskriminierung vorgeschlagen haben. Mit der Vorstellung verschiedener Strategien von Konfliktbewältigung wollten wir den Amateurvereinen eine Hilfestellung geben und neue Netzwerke schaffen. Die breite Mischung des Teilnehmerfeldes und die aktive Beteiligung der Kongressteilnehmer unterstreichen die gesamtgesellschaftliche Bedeutung des Themas.“
Michael Gabriel, Koordinationsstelle Fan-Projekte (KOS) bei der Deutschen Sportjugend:
„Dank der interessanten Mischung des Teilnehmerfeldes entstanden lebhafte und auch kontroverse Diskussionen. Ein Fazit daraus ist, dieses Thema und die vielfältigen Erfahrungen im Kampf dagegen in die lokalen und regionalen Strukturen zu transportieren, damit dort direkt vor Ort die Vereine und Verbände möglichst praxisnah in ihren Bemühungen im Kampf gegen Rassismus und Diskriminierungen gestärkt werden.“
Kai Endres
Letzte Aktualisierung: 2011-07-18 04:11:39 +0200 (CEST)
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