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Schalker gegen Rassismus

23.11.2007

Anlässlich des europäischen Jahres der Chancengleichheit rief das Bundesland Nordrhein-Westfalen den Wettbewerb „Grenzüberschreitungen“ ins Leben, an dem sich auch die Schalker Fan-Initiative mit einem Theaterstück beteiligte.

Seit dem Jahr 1992 erhebt die Schalker Fan-Initiative e.V. aktiv ihre Stimme gegen Ausländerfeindlichkeit im und außerhalb des Stadions. Für das Theaterprojekt „RepuBlick auf Schalke“ wurde der Verein nun sogar vom Land Nordrhein-Westfalen prämiert. Für alle, die das Stück nicht live erleben konnten, stellte uns die Schalker Fan-Initiative eine Zusammenfassung zur Verfügung:

„Im tiefen Ruhrgebiet in Gelsenkirchen begegnen sich Menschen unterschiedlicher Herkunft und verschiedener Interessen tagtäglich. Dabei entstehen nicht selten Vorurteile gegen den jeweils 'Andersartigen'. Das Theaterstück 'RepuBlick auf Schalke' befasst sich mit dieser 'Andersartigkeit', die in der Begegnung zwischen dem deutschen Metzger und dem türkischen Dönerbudenbesitzer, dem homosexuellen Nachbarn von nebenan und dem konservativen türkischen Familienvater. Auf der Suche nach Differenzen stellen die unterschiedlichen Charaktere Gemeinsamkeiten fest – insbesondere die Begeisterung für den Verein FC Schalke 04 kommt zum Ausdruck. Doch um dies zu erkennen, müssen die Bewohner der Straße große Hürden nehmen und in der Auseinandersetzung mit dem Anderen sich selbst überwinden. Es entwickeln sich spannungsgeladene Szenen in denen scheinbar unüberwindbare Grenzen genommen und unvermeidbare Begegnungen ausgehalten werden müssen. Wenn die Auszubildende in der Metzgerei ihr Herz für den türkischen Lehrling in der Dönerbude verliert oder die Straßenfegerinnen ihre gemeinsame Vorliebe für die Musik entdecken, erfahren sie das Gefühl der Zusammengehörigkeit trotz augenscheinlicher Unterschiede. Der Obdachlose ist der ungekrönte König der Straße und die Verrückte, die in ihrer Welt lebt, ist die Lehrerin der Gefühle. Zum Höhepunkt gelangt das Stück auf Schalke: Ein Bundesligaspiel begeistert alle, egal welcher Herkunft und Kultur sie angehören. Sie freuen sich 'gemeinsam' über den Sieg des FC Schalke 04 und bauen ihre Berührungsängste ab.“

Das Lob für die Auszeichnung im Landeswettbewerb „Grenzüberschreitungen“ gab die Vorsitzende der Fan-Initiative, Susanne Franke, an alle Beteiligten weiter. Insbesondere an die Jugendlichen, die maßgeblichen Anteil an der Entstehung und Umsetzung hatten. So ist auf der Schalker Website nachzulesen: „In erster Linie gehört der Preis aber dem ganzen Team und vor allem unseren Theater-Kids!“ Weiter heißt es dort: „Besonders wichtig war den Initiatoren der Schalker Fan-Initiative aber, dass sich die Jugendlichen gerade wegen ihrer unterschiedlichen Hintergründe bezüglich Herkunft und sexueller Orientierung inhaltlich mit dem Thema Diskriminierung auseinander setzten.“

Eine ambitionierte Zielvorgabe, die offensichtlich erreicht wurde und sogar landesweite Strahlkraft entwickelte. Bleibt zu hoffen, dass Projekte dieser Art weiterhin stattfinden und Nachahmer finden. Denn Vielfalt muss nicht nur in Nordrhein-Westfalen als Chance und Bereicherung begriffen werden. Zudem war das Theaterstück nach Angaben der Schalker Fan-Initiative auch für zahlreiche Besucher eine neue Erfahrung, die sonst eher einen weiten Bogen um ein Schauspielhaus machen.

Kai Endres