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Milan ist Weltmeister

18.12.2007

Der AC Mailand gewann durch einen 4:2-Finalsieg über die Boca Juniors aus Argentinien zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte die Club-Weltmeisterschaft. Wie bereits im Endspiel der Champions League 2007 glänzte Fillipo Inzaghi mit zwei Treffern.

21 Minuten waren im japanischen Yokohama absolviert, als Inzaghi nach einem Zuspiel von Kaka den Torreigen eröffnete. Doch praktisch der direkte Gegenzug brachte auch schon den Ausgleich. Palacio nickte eine Hereingabe von Rodriguez am kurzen Pfosten ein. Bei diesem Remis blieb es bis zum Seitenwechsel, obwohl beide Seiten extrem offensiv zu Werk gingen. Dies blieb auch im zweiten Durchgang zunächst so, in dem Nesta erneut für die Italiener vorlegte (50.). Fast wäre es nur knapp zehn Minuten später zum wiederholten Ausgleich gekommen, den bei Ibarras Distanzschuss nur der Pfosten verhinderte. Dies war vorerst das letzte Lebenszeichen der Boca Juniors, die nach einer guten Stunde durch Kaka vorentscheidend ins Hintertreffen gerieten. Der Brasilianer war es auch, der Inzaghis zweites Tor zum 4:1 in der 71. Minute vorbereitete. Die Rote Karte für Kaladze und der Anschlusstreffer Ledesmas konnten die Freude der Italiener nicht mehr trüben, deren Kapitän Paolo Maldini kurz darauf die Siegertrophäe in den asiatischen Abendhimmel stemmte.

Im Halbfinale hatten sich die Mailänder noch zu einem zähen 1:0 gegen die Urawa Red Diamonds gequält, die sich unter ihrem deutschen Trainer Holger Osiek im kleinen Finale gegen die Tunesier von Étoile Sportive du Sahel den dritten Platz sicherten. Eine dramatische Partie stand nach der regulären Spielzeit 2:2. Erst im Elfmeterschießen bewiesen die japanischen Gastgeber größere Nervenstärke. Für die Nordafrikaner war es nach dem 0:1 im Halbfinale gegen die Boca Juniors die zweite unglückliche Niederlage bei diesem offiziellen Titelkampf der Vereinsmannschaften. Ihren Platz unter den letzten vier Teams hatten sich die Tunesier im Viertelfinale mit einem 1:0 über CF Pachuca aus Mexiko gesichert. Die Urawa Red Diamonds hatten sich im anderen Viertelfinale mit 3:1 gegen Sepahan Isfahan behauptet. Für die Iraner kein neues Gefühl, waren sie den Japanern doch bereits in den Endspielen der asiatischen Champions League unterlegen. Daher musste Sepahan zunächst in einem Qualifikationsspiel gegen die Neuseeländer von Waikatere United bestehen, was mit einem 3:1 auch gelang.

Das Treffen der kontinentalen Champions League-Sieger findet seit 2005 jährlich in Japan statt. In den ersten beiden Auflagen ermittelten die sechs Meister der Kontinentalverbände aus Europa (UEFA), Asien (AFC), Afrika (CAF), Nord- und Mittelamerika (CONCACAF), Südamerika (CONMEBOL) sowie Ozeanien (OFC) den Weltmeister. Im Jahr 2007 nahmen zum ersten Mal sieben Mannschaften an der Endrunde teil, weil zuvor der australische Verband aus dem OFC in den AFC wechselte und damit die sportliche Qualität des ozeanischen Teilnehmers sank. Der Titelträger der OFC Champions League muss nun eine Qualifikation zum eigentlichen Wettbewerb spielen. Solche Gedanken standen bis 2004 noch nicht im Zentrum der Überlegungen, als jährlich der Vorgänger der Club-Weltmeisterschaft – der Weltpokal – ausgespielt wurde. Dabei standen sich seit 1960 jährlich die Gewinner der südamerikanischen und europäischen Königsklasse in einem Endspiel auf neutralem Geläuf gegenüber. Aus deutscher Sicht hatten dabei nur der FC Bayern München (1976, 2001) und Borussia Dortmund (1997) Grund zur Freude. Borussia Mönchengladbach (1977) und der Hamburger SV (1983) waren in ihren Finalspielen den brasilianischen Konkurrenten knapp unterlegen.

Kai Endres

Letzte Aktualisierung: 2011-07-18 04:11:39 +0200 (CEST)