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„Meine Zeit wird kommen“

09.01.2008

Omans Nationaltorhüter Ali Abdullah Harib Al-Habsi glaubt auch nach zwei Jahren auf der Bank immer noch fest an eine positive Zukunft bei den Bolton Wanderers. Derzeit versperrt ihm noch Jussi Jaaskelainen den Weg zum Debüt in der Premier League.

Seit seiner Ankunft bei den Bolton Wanderers am 7. Januar 2006 musste sich der Torhüter der omanischen Nationalmannschaft mit sporadischen Einsätzen begnügen. Zumeist fand er sich nur auf der Bank wieder oder spielte in der zweiten Mannschaft. Sein Debüt in einem offiziellen Spiel der Trotters feierte Al-Habsi am 26. September 2007 im Carling Cup beim FC Fulham, das Bolton in der Verlängerung mit 2:1 für sich entschied. Der bisherige Höhepunkt seiner Karriere bei den Engländern folgte am 8. November 2007. Im UEFA Cup-Spiel bei Bayern München durften sich die Akteure des deutschen Rekordmeisters beim 2:2 von der eindrucksvollen Leistungsfähigkeit des Omaners überzeugen. Seine erste Niederlage im Kasten der Wanderers kassierte Al-Habsi schließlich am 5. Januar 2008 beim 0:1 im FA Cup-Heimspiel gegen Sheffield United. „Das waren die einzigen Chancen, die ich bislang hatte – in den Pokalwettbewerben“, erklärte der Schlussmann auf der Bolton-Website. Und er fügte hinzu: „Ich habe im Carling Cup, im FA Cup und im UEFA Cup gespielt. Doch das erste Mal in der Premier League zu spielen ist nicht so einfach.“

Sein größtes Problem bei diesem Unterfangen heißt Jussi Jaaskelainen. Der Finne ist ebenfalls die Nummer eins in seinem Land und schon zehn Jahre bei Bolton. Dass Al-Habsi in erster Linie als Ersatz für den Stammtorhüter verpflichtet wurde, war ihm bereits zu Beginn seines Vertrages klar. Doch er ist zuversichtlich, dass seine Zeit in der Premier League schon bald kommen wird. „Ich muss nur auf den richtigen Augenblick warten. Irgendwann werde ich meine Chance bekommen, die ich dann auch nutzen muss. Bis dahin muss ich weiter geduldig sein und mich voll auf meinen Job konzentrieren.“ Die Aussichten von Al-Habsi auf einen Stammplatz im Tor der Bolton Wanderers könnten zum Ende der Saison sprunghaft steigen, da sein Kontrahent Jaaskelainen ein Vertragsangebot des Vereins bereits abgelehnt hat und sich darüber hinaus wechselwillig zeigt. Damit könnte sich auch die Geduld von Al-Habsi endlich auszahlen. Eine Eigenschaft, die ihn schon in den Anfangszeiten seiner Karriere immer an seine hohen Ziele glauben ließ.

Ali Al-Habsi wurde am 31. Dezember 1981 in der omanischen Hauptstadt Maskat geboren. Seine ersten Erfahrungen zwischen den Pfosten machte der inzwischen 1,94 m große Mann ebenfalls im heimischen Sultanat. Von seinem Jugendverein Al-Nasr führte ihn der Weg 1998 zu Al-Midhabi, wo er frühe Anerkennung fand. Bereits in seinem ersten Jahr schaffte er dank seiner hervorragenden Leistungen den Sprung in die U19-Nationalmannschaft seines Landes. Es dauerte anschließend weitere zwei Jahre, ehe John Burridge das Talent Al-Habsis erkannte. Burridge absolvierte in seiner aktiven Zeit als Torhüter über 750 Spiele in der englischen und schottischen Liga und empfahl dem jungen Keeper ein Probetraining bei den Bolton Wanderers. Doch ein vorzeitiger Wechsel auf die Insel scheiterte zunächst, da keine gültige Arbeitsgenehmigung zu bekommen war. So schlug Al-Habsi den Umweg über Al-Nasr und Lyn Oslo ein, wo er als erster Omaner im Jahr 2003 einen Profivertrag in Europa unterzeichnete.

Bereits zu dieser Zeit galt Al-Habsi als unumstrittene Nummer eins im Tor der omanischen Nationalmannschaft, für die er im Jahr 2001 debütierte. Sein Selbstvertrauen war damals schon sehr groß. So erklärte er in einem Interview mit der FIFA am 27. April 2004: „Ich glaube, dass ich wahrscheinlich einmal der beste Torhüter Asiens sein werde.“ Doch trotz mittlerweile reichlich internationaler Erfahrung im Rahmen von WM-Qualifikationsspielen und des Asienpokals wurde ihm die erhoffte Ehre noch nicht zuteil. Dafür errang er im Jahr 2004 die Titel als arabischer und norwegischer Torhüter des Jahres. Zudem wurde er schon mehrfach als bester Torhüter des Golfpokals ausgezeichnet – zuletzt im Jahr 2007. Dass er beim Erreichen seiner Ziele keine Hektik aufkommen lassen will, zeigte sich bereits nach seinen ersten Monaten in Oslo. „Ich habe beschlossen, noch eine Weile in Norwegen zu bleiben, um so viel wie möglich zu lernen und meine Fertigkeiten weiter zu verbessern. Vielleicht kann ich nach Erreichen eines soliden Fundaments nach England oder in eine andere große Liga wechseln. Das erfordert noch große Anstrengungen, und ich befinde mich erst am Anfang des Weges. Aber ich habe noch eine lange Zukunft vor mir.“

Den Grundstein für diese Zukunft legte Al-Habsi bei Lyn Oslo, mit denen er im Jahr 2005 den dritten Platz in der nationalen Meisterschaft feiern durfte. Seine Glanzparaden überzeugten auch die Kritiker und riefen internationale Interessenten auf den Plan. Und als die Probleme mit der Arbeitserlaubnis geklärt waren, folgte der oben bereits erwähnte Wechsel zu den Bolton Wanderers. Das kommende halbe Jahr muss zeigen, ob dem Omaner dort eine realistische Chance auf einen Stammplatz geboten wird.

Kai Endres

Letzte Aktualisierung: 2011-07-18 04:11:39 +0200 (CEST)