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Magath wirbt für Schacholympiade

30.09.2008

Der Wolfsburger Trainer Felix Magath ist neben dem Platz ein begeisterter Schachspieler. Insofern überraschte es nicht, dass er zum Botschafter der Schacholympiade 2008 ernannt wurde, die vom 12. bis 25. November in Dresden stattfindet.

Laut einem Magazin-Bericht entdeckte Magath das Schachspiel 1978 für sich, als den damaligen Fußballprofi eine Krankheit zu einer Zwangspause nötigte. Aus Interesse wurde eine Leidenschaft, über die er unter anderem sagt: „Schach ist der zweitschönste Sport nach Fußball.“ Bei seiner offiziellen Vorstellung als Botschafter der Schacholympiade 2008 am 11. September 2008 in der sächsischen Landesvertretung in Berlin konkretisierte er seine Meinung hinsichtlich der Gemeinsamkeiten zwischen der Denk- und der Ballsportart: „Die Theorie des Schachs ist auch auf den Fußball übertragbar. Es geht um komplexe Spielzüge und -verläufe. Eine gute Kombination auf dem Fußballplatz ergibt sich nicht einfach so, sondern wurde entsprechend vorbereitet. Am Ende gibt es bei beiden Sportarten Gewinner und Verlierer oder die Partie endet auch Remis.“ Sein praktisches Geschick durfte Magath ebenfalls an jenem Abend beweisen, als er in einer Simultan-Partie mit Co-Botschafter und Regisseur Artur Brauner gegen Schachnationaltrainer Uwe Bönsch antrat. Und obwohl der Großmeister beide Spiele blind (ohne Ansicht der Bretter) bestritt, waren die Promis am Ende erwartungsgemäß chancenlos. Seine Erkenntnis aus der Niederlage fasste Magath in einem Interview mit den Worten zusammen: „Ich sollte wieder häufiger spielen.“

Zu seiner Rolle als Botschafter fügte Magath hinzu: „Nach fast vierzig Jahren haben wir endlich ein solches Turnier der Denksportler in Deutschland. Da geht es den Freunden des Schachs doch ähnlich wie den Fußballfans bei der WM 2006. Ein derartiges Ereignis sollte mehr Aufmerksamkeit bekommen. Auch von denjenigen, die mehr am Fußball hängen.“ Die angesprochenen fast 40 Jahre sind genau 38. Denn letztmals machte die Schacholympiade 1970 in Deutschland Station (Siegen). Weitere deutsche Austragungsorte waren Oberhausen (1966) und München (1958). Die Wurzeln der Schacholympiade reichen bis ins Jahr 1924 zurück, als der französische Schachbund parallel zu den Olympischen Spielen in Paris einen Schachwettkampf organisierte, über den in der Presse als Schacholympiade berichtet wurde. Ebenfalls 1924 gründete sich die internationale Schachorganisation FIDE (Federation Internationale des Echecs) unter deren Federführung seither die offizielle Schacholympiade ausgetragen wird. Sämtliche Anstrengungen zur Integration in die echten Olympischen Spiele blieben allerdings bislang vergeblich. Der Beliebtheit des Wettbewerbs konnte dies nicht schaden, der seine Premiere 1927 in London feierte. 30 Jahre lang mussten die Männer ihr Können alleine demonstrieren. Erst 1957 bekamen auch die Frauen ihre Schacholympiade, wobei beide Turniere erst seit 1976 am gleichen Ort ausgetragen werden. Die besten Spieler kommen seit jeher aus dem Osten. Lange Zeit dominierte die Sowjetunion, deren mittlerweile unabhängige Staaten auch aktuell den Ton angeben. So wollen in Dresden die Ukraine und Armenien ihre Erfolge von 2006 in Turin verteidigen.

Kai Endres

Letzte Aktualisierung: 2011-07-18 04:12:06 +0200 (CEST)