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Littbarski neuer Teamchef beim FC Vaduz

06.11.2008

Seit 4. November 2008 soll Pierre Littbarski (48) als Teamchef den sportlichen Fehlstart des FC Vaduz korrigieren. Der 90er-Weltmeister unterschrieb beim Aufsteiger der Schweizer Super League einen Vertrag bis Juni 2010.

Schon seit vielen Jahrzehnten spielt der FC Vaduz im Ligabetrieb der Schweiz mit, weil in Liechtenstein die Zahl adäquater Wettbewerber fehlt. 37 Pokalsiege bei gerade einmal 63 Austragungen dokumentieren die Vormachtstellung des Vereins im Liechtensteiner Fußball. Seit 1998 gab es keinen anderen Sieger, was dem FC Vaduz regelmäßig die Teilnahme im Europapokal bescherte. Im Schweizer Ligaalltag ließ der große Durchbruch dagegen etwas länger auf sich warten. Nach mehreren vergeblichen Anläufen gelang im Jahr 2008 der lang ersehnte Aufstieg in die höchste Spielklasse.

Der Dank für diesen sportlichen Erfolg gebührte Cheftrainer Heinz Herrmann (60), der 2007 das Traineramt beim FC Vaduz übernahm und die Mannschaft gleich in seinem ersten Jahr zum Aufstieg führte. Herrmann ist in der Schweiz kein Unbekannter, wurde er doch in den 80ern mit Grashopper Zürich mehrfach Meister und absolvierte insgesamt 117 Länderspiele, was ihn auch aktuell noch zum Rekordnationalspieler der Eidgenossen macht. Wie stark jedoch das Trainerglück von kurzfristigen Erfolgen abhängig ist, bekam Herrmann alsbald zu spüren. Dabei verlief der Auftakt in die Saison 2008/2009 mit einem 2:1 beim FC Luzern noch positiv.

Aber es folgten zwölf weitere Partien, die neben teilweise deftigen Niederlagen nur einen weiteren Dreier mit sich brachten. So sah sich der Verwaltungsrat des Vereins gezwungen, eine Analyse der sportlichen Situation anzustellen, die zum Ergebnis hatte „ ... ,dass sich der Verein in seinen Ressourcen und in der Organisation optimaler zu restrukturieren hat, um für die zukünftigen Aufgaben auf und neben dem Platz gerüstet zu sein, ...“ In konkreten Taten sahen die Worte neben der Demission von Heinz Herrmann auch die Beurlaubungen von Assistenztrainer Vittorio Caruso und Torwarttrainer Stephan Lehmann vor. Im Gegenzug wurde ein neues Trio verpflichtet, an dessen Spitze Pierre Littbarski steht.

Konkret wartet auf Littbarski die Aufgabe als Teamchef, die beim FC Vaduz die Rollen des Sportdirektors und Cheftrainers in sich vereint. Gemeinsam mit Robert Jaspert als Assistenz- und Konditionstrainer und Thomas Szabo als Torhütertrainer soll die neue Struktur (ohne Sportchef) für den Verbleib der Liechtensteiner im Schweizer Oberhaus sorgen. Keine einfache Aufgabe, für die der mittlerweile weit gereiste Littbarski jedoch gerüstet sein sollte. Nachdem der Berliner lange Zeit aus Köln nicht wegzudenken war, fand er ab Anfang der 90er in Japan eine zweite Heimat. Das Trainerleben führte den Weltmeister von 1990 über Japan wieder kurzfristig nach Deutschland zurück, ehe es über Australien und den Iran nun nach Liechtenstein geht.

Kai Endres

Letzte Aktualisierung: 2011-07-18 04:12:06 +0200 (CEST)