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Fußball bei den Paralympics

21.09.2008

Olympische Spiele für Sportler mit körperlicher Behinderung fanden offiziell erstmals im Jahr 1960 statt. Ab 1984 wurden die Wettkämpfe um die Sportart Fußball erweitert, in der seit 2004 die Olympiasieger in zwei unterschiedlichen Varianten gekürt werden.

Seine Premiere feierte Fußball bei den Paralympics im Jahr 1984 mit der Variante Football 7-a-side für Sportler mit celebralen Bewegungsstörungen. Das Spiel selbst folgt mit einigen Modifikationen den offiziellen FIFA-Regeln. Die Ausnahmen sind: Ein verkleinertes Spielfeld, die zeitliche Begrenzung der Halbzeiten auf eine halbe Stunde, sieben statt elf Spieler und der Wegfall der Abseitsregel. Erster Olympiasieger wurde Belgien. Der damals noch parallel stattfindende Wettbewerb im Rollstuhlfußball war bei späteren Austragungen nicht mehr im Programm. Zur führenden Nation im 7er-Fußball entwickelte sich im Zeitraum zwischen 1988 und 1996 die Niederlande, denen bei den Spielen in Seoul, Barcelona und Atlanta der Titel nicht zu nehmen war. Danach gaben vornehmlich Russland (Sieger 2000 in Sydney) und die Ukraine (Sieger 2004 in Athen) sportlich den Ton an. Bei den Paralympics 2008 in Peking konnte die Ukraine ihren Triumph am 16. September 2008 in einem dramatischen Finale gegen Russland wiederholen. Nachdem sich beide Teams ungeschlagen für das Endspiel qualifiziert hatten, stand es dort noch der regulären Spielzeit 0:0. Erst in der Verlängerung sorgte ein Doppelpack des ukrainischen Kapitäns Volodymyr Antonyuk für die Entscheidung. Der Anschlusstreffer der Russen kam wenigen Sekunden vor dem Ende zu spät. Die Bronzemedaille sicherte sich erstmals der Iran nach einem deutlichen 4:0 im Spiel um den dritten Platz gegen Brasilien.

Neben Football 7-a-side werden seit den Paralympics 2004 in Athen auch in der Variante Football 5-a-side Medaillen vergeben. Hierzulande ist diese Sportart besser unter dem Namen Blindenfußball bekannt. Als erster Olympiasieger durfte sich Brasilien feiern lassen, die sich im Finale gegen den südamerikanischen Nachbarn Argentinien durchsetzten. Vier Jahre später waren es bei den Spielen in Peking erneut die Spieler vom Zuckerhut, die sich am 17. September 2008 durch ein Tor von Marcos Felipe in letzter Minute die Goldmedaille vor Gastgeber China sicherten. Argentinien belegte nach Elfmeterschießen gegen Spanien den dritten Platz. Eine deutsche Mannschaft konnte sich bislang noch nicht für die Paralympics qualifizieren. So stand für die DBS-Nationalmannschaft Blindenfußball zeitgleich ein Leistungslehrgang in Vorbereitung auf die Europameisterschaft 2009 an. Für die Variante Football 7-a-side scheint es nach eigenen Recherchen keine eigene Nationalmannschaft zu geben. Und auch der DFB hält sich auf seiner Website beim Stichwort Behindertenfußball eher bedeckt, obgleich die DFB-Stiftung Egidius Braun nach eigenen Angaben vier Medaillen in Peking erförderte – außerhalb des Fußballbereichs.

Kai Endres

Letzte Aktualisierung: 2011-07-18 04:12:06 +0200 (CEST)