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Fußball als Leseanreiz
08.03.2008
Die Landesstiftung Baden-Württemberg und der VfB Stuttgart wollen mit ihrem Kooperationsprojekt „kicken & lesen“ innovative Akzente in der Förderung von Jungen setzen und diese über den Fußball zum Lesen motivieren.
„Schwerpunkt der neuen Initiative ist die Erhöhung der Lesekompetenz von Jungen, die aus einem bildungsfernen Elternhaus stammen und einen erschwerten Zugang zu unserem Bildungssystem haben. Durch den Fussball sollen Maßnahmen zur Stärkung der Lese- und Sozialkompetenz sowie der Gewaltprävention bei Jungen erprobt und durchgeführt werden“, heißt es auf der Projekt-Website. Hintergrund des Engagements ist die Erkenntnis, dass Jungen ihre Grundkenntnisse im Lesen und Schreiben zumeist von Frauen erlernen. Mütter, Erzieherinnen oder Lehrerinnen können aber die Rolle des männlichen Vorbilds für Jungen nicht ersetzen, die in schwierigen familiären Verhältnissen häufig auch vom Vater nicht ausgefüllt wird. Der Fußball kann diese Lücke füllen. Und genau an diesem Punkt setzten die Landesstiftung Baden-Württemberg und der VfB Stuttgart an: „Ganz nach dem Motto: Durch das Kicken zu Leselust statt Lesefrust!“ Fußball soll dabei die Brücke schlagen zu einer Literatur, die von Jungen gern gelesen wird. Vom gerne zum guten Lesen ist dann der nächste Schritt. Letztlich soll die Verbesserung der Lesekompetenz dazu beitragen, die Zukunftschancen der teilnehmenden Jungen im Alter von 11 bis 14 Jahren zu steigern.
Der VfB Stuttgart will sich an der Kooperation mit Besuchen seines Fanbeauftragten Peter Reichert bei den Jugendlichen, einem Torwandschießen und diversen anderen Events beteiligen. Einen Vorgeschmack auf die anstehenden Projekte erhielten interessierte Besucher Ende Februar im Rahmen der didacta. Dort stellten der Verein und die Landesstiftung ihr Projekt, das vom Landesinstitut für Schulentwicklung Stuttgart organisiert und durchgeführt wird, einer breiten Öffentlichkeit vor. Ohne die Unterstützung des VfB lief bereits im Jahr 2005 das Pilotprojekt „kicken & lesen“, aus dem wichtige Erkenntnisse für die Neuauflage gewonnen wurden. So stellten die PISA-Studien 2000 und 2004 fest, dass „die Lesekompetenz der Mädchen signifikant höher ist als die der Jungen“. Eine weitere Studie (JIM) fand im Jahr 2004 heraus, dass „vor allem im Freizeitverhalten der Jungen das Lesen von Büchern praktisch keine Rolle mehr spielt.“ Als wichtigste Faktoren zur Erhöhung der Lesebereitschaft bei Jungen wurden damals wie heute Motivation, Körpererfahrung (vor allem beim Fußball) und das Verknüpfen der angebotenen Literatur mit vorhandenen Wissensbeständen identifiziert. Dass sich mit dem VfB Stuttgart nun auch ein Bundesligist über verschiedene Einzelprojekte in die Umsetzung der Faktoren einbringt, kann für das Gelingen und die Strahlkraft der Initiative eigentlich nur von Vorteil sein.
Kai Endres
Letzte Aktualisierung: 2011-07-18 04:11:40 +0200 (CEST)
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