 |
Übersicht | HTML-Druckversion | PDF | 3264 Zeichen
Finale mit Trauerflor
31.08.2007
Die Vorschau auf die 36. Auflage des europäischen Supercups war überschattet vom tragischen Tod des spanischen Abwehrspielers Antonio Puerta, der nach mehreren Herzstillständen am vergangenen Dienstag im Alter von 22 Jahren verstarb.
Als sevillanisches Eigengewächs war die viel zu kurze Karriere von Antonio Puerta stets verknüpft mit dem Aufstieg des FC Sevilla zu einer festen Größe im spanischen und auch im europäischen Fußball. In Andalusien werden die Menschen wahrscheinlich noch lange daran denken, dass der überaus talentierte Linksfuß erheblichen Anteil am Gewinn von zwei UEFA Cups (2006 und 2007), des europäischen Supercups (2006) und am bevorstehenden Abenteuer Champions League hatte. Auch Carlo Ancelotti, Trainer des heutigen Gegners im Kampf um den Supercup, würdigte im Vorfeld die Verdienste des verstorbenen Spielers, betonte aber auch, dass die große Stärke des FC Sevilla die mannschaftliche Geschlossenheit sei. Nicht durch Zufall sei es der Mannschaft um Trainer Ramos gelungen, alle erreichten Endspiele letztlich auch zu gewinnen. Dies mache sie zu einer der besten und gefährlichsten Teams in Europa.
Zum ersten Mal trafen die Teams vom FC Sevilla und AC Mailand in einem europäischen Wettbewerb aufeinander. Die Andalusier, die sich in den letzten Jahren auf der kontinentalen Fußballbühne kontinuierlich nach oben gearbeitet hatten und als Titelverteidiger ins Stade Louis II nach Monaco reisten, trafen auf den Rekordchampion dieses Wettbewerbs. Milan stand bereits zum siebten Mal im Finale des Supercups, viermal (1989, 1990, 1994, 2003) sicherten die Italiener sich den Titel. Bereits im ersten offiziell von der UEFA ausgerichteten Finale 1973 mischten die Rossoneri mit, mussten sich jedoch Ajax Amsterdam nach Hin- und Rückspiel geschlagen geben. In der aktuellen Auflage befand sich der AC Mailand nur bis zur Pause auf der Verliererstraße, da Renato den FC Sevilla in der 14. Minute in Front brachte. Die Wende leitete Inzaghi zehn Minuten nach dem Wechsel mit dem Ausgleich ein, den Jankulovski (62.) und Kaka (87.) im weiteren Verlauf zu einem verdienten 3:1-Erfolg für die Italiener vergoldeten. Trotz einer mit vollem Einsatz geführten Partie, stand der sportliche Aspekt bei diesem Endspiel eindeutig im Hintergrund.
Die Entstehungsgeschichte des europäischen Supercups wurde maßgeblich durch den niederländischen Journalisten Anton Witkamp geprägt, der die Dominanz niederländischer Vereinsmannschaften in den 70er Jahren zum Anlass für seine Idee nahm, jährlich den Champion des Pokalsiegerwettbewerbs gegen den Europapokalsieger der Landesmeister antreten zu lassen, um den definitiv besten Verein des Jahres zu küren. Seine ursprüngliche Intention, das Superteam von Ajax Amsterdam noch gebührender feiern zu können, ließ sich zunächst umsetzen. Die ersten beiden Titel gingen in die Niederlande, der Wettbewerb hatte es jedoch zunächst schwer, sich einen festen Platz im europäischen Fußballkalender zu sichern. Dreimal (1974, 1981, 1985) gab es keinen Sieger, weil man sich nicht auf einen passenden Termin einigen konnte. Erst seit 1998 wird der Sieger des europäischen Supercups in einem Spiel ermittelt und fungiert jedes Jahr als Auftakt zur neuen Europacup-Saison.
Kai Endres
Letzte Aktualisierung: 2011-07-18 04:11:38 +0200 (CEST)
|