Eine ganz enge Kiste

02.01.2009

An der Tabellenspitze der Süper Lig herrscht zur Winterpause große Spannung. Sivasspor und Trabzonspor erspielten sich im bisherigen Verlauf der Hinrunde einen knappen Vorsprung vor Galatasaray und Fenerbahçe. Und auch Beşiktaş hängt nur leicht zurück.

Geht es um die Vergabe des Meistertitels in der Süper Lig, werden regelmäßig die Istanbuler Großvereine Galatasaray, Fenerbahçe und Beşiktaş als Favoriten genannt. So auch im Vorfeld der Saison 2008/2009. Doch nach dem 16. Spieltag [1] gingen Sivasspor und Trabzonspor als Spitzenduo in die Winterpause. Tabellarisch unterscheiden sich die beiden Teams mit jeweils zehn Siegen, vier Unentschieden und zwei Niederlagen nur im Torverhältnis, das Sivasspor um sechs Treffer besser sieht.

In unmittelbarer Schlagdistanz zu den ersten beiden Plätzen liegen Galatasaray İstanbul und Fenerbahçe İstanbul, die sich anfangs in der Fremde zu viele Punktverluste erlaubten. Doch das Bild an der Tabellenspitze kann sich bereits am 17. Spieltag [2] wieder ändern, wenn Sivasspor auf Galatasaray trifft und Trabzonspor bei Fenerbahçe antreten muss. Bleibt es darüber hinaus in der Rückrunde ähnlich spannend, kann es am 34. Spieltag zu einem sehr dramatischen Saisonfinale kommen.

Hinter den ersten vier Mannschaften hat sich ein Verfolgertrio formiert, das ebenfalls noch auf einen internationalen Startplatz schielt: Ankaraspor, Beşiktaş İstanbul und Kayserispor. Neben einer insgesamt soliden Heimbilanz aller drei Mannschaften konnte sich vor allem Ankaraspor auch in der Fremde behaupten, was Beşiktaş im Verlauf der Hinrunde zu selten gelang. Kayserispor verlor derweil den Anschluss zur Spitzengruppe durch zu viele Remis.

Das Mittelfeld der Liga beginnt mit Gaziantepspor und Bursaspor auf den Plätzen acht und neun. Auch diese beiden Vereine hätten ihren Blick noch weiter nach oben richten können, wenn sie nicht zur Mitte der Hinrunde in eine Ergebniskrise geraten wären. Zu dieser Zeit hatte İstanbul BB gerade seine sportliche Hochphase, die das Team im Zwischenklassement vor größeren Abstiegssorgen bewahrt.

Ein Platz im unteren Mittelfeld mit einem kleinen Respektabstand zum ersten Abstiegsrang sind in etwa die Vorstellungen eines Aufsteigers vor Saisonbeginn. Für Eskişehirspor wurde dieser Wunsch bislang Realität. Die beiden anderen Neulinge, Hacettepe und Kocaelispor, können von diesem Ziel derzeit nur träumen. Denn zur Winterpause liegen sie schon leicht abgeschlagen auf den letzten beiden Plätzen.

Spannung verspricht die Vergabe des dritten Abstiegsplatzes. Derzeit müsste Antalyaspor in den sauren Apfel der Zweitklassigkeit beißen, denen eine Niederlagenserie zu Saisonbeginn noch immer nachhängt. Über den Strich schafften es Konyaspor und Gençlerbirliği Ankara, trotz einer bei beiden nicht zu übersehenden Heimschwäche. Noch deprimierender fällt die Bilanz vor eigenem Publikum für Ankaragücü aus, das zu Hause noch auf einen Sieg wartet. Wenigstens klappte es hin und wieder in fremden Stadien mit einem Dreier. Dagegen konnte Denizlispor im Kampf um den Klassenerhalt bislang nur auf seine Heimstärke bauen.

Kai Endres

[1] http://www.langerball.de/tuerkische_liga/0809/16/
[2] http://www.langerball.de/tuerkische_liga/0809/17/