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Deutscher Fußball-Kulturpreis 2008

05.11.2008

Am 31. Oktober 2008 verlieh die Deutsche Akademie für Fußball-Kultur in Nürnberg zum dritten Mal ihren Kulturpreis MAX in fünf Kategorien, darunter das beste Bildungsprojekt, das beste Fußballbuch und der beste Fußballspruch.

Unter der Trägerschaft der Stadt Nürnberg wurde im Jahr 2004 die Deutsche Akademie für Fußball-Kultur gegründet, die seit 2006 ihren eigenen Kulturpreis vergibt. Den Namen MAX hat die Trophäe einem 54er-Weltmeister aus Nürnberg zu verdanken: Max Morlock. Neben der Ehre durften sich die Gewinner auch über Geldpreise in folgenden Kategorien freuen:

Der Fußball-Bildungspreis „Lernanstoß“ wird für innovative pädagogische Projekte vergeben, die sich an Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre richten und Fußball erfolgreich als Mittel der Bildungsarbeit einsetzen. Zum Sieger des Jahres 2008 wurde das Frankfurter Schulprojekt „Schlappeschneider – Schlappekicker“ gekürt. Dabei recherchierte eine 10. Klasse der Falkschule im Frankfurter Stadtviertel Gallus eine Woche lang zur Geschichte der Schuhfabrik J. & C.A. Schneider und deren historischer Verbindung mit der Frankfurter Eintracht und dem Stadtviertel – insbesondere in der Zeit des Nationalsozialismus.

Zum besten Fußballbuch des Jahres kürte die Jury „Ist doch ein geiler Verein. Reisen in die Fußballprovinz“ von Christof Ruf, der sich in seinem Buch den Geschichten abseits der großen Arenen widmet. In den Vorjahren fiel die Wahl auf das Erstlingswerk von Ronny Blaschke („Im Schatten des Spiels – Rassismus und Randale im Fußball“/2007) und die eloquenten Beschreibungen des argentinischen Weltmeister Jorge Valdano („Über Fußball“/2006).

Den Fußballspruch des Jahres 2008 leistete sich Josef Hickersberger in seiner ehemaligen Funktion als österreichischer Nationaltrainer, als er im Rahmen einer Pressekonferenz sagte: „Wir haben nur unsere Stärken trainiert, deswegen war das Training heute nach 15 Minuten abgeschlossen.“ 2007 hatte sein Trainerkollege Hans Meyer mit der Feststellung das Rennen gemacht: „In schöner Regelmäßigkeit ist Fußball doch immer das Gleiche.“ Zum König der Wortakrobaten im Jahr 2006 avancierte Lukas Podolski, dessen Siegerspruch lautete: „So ist Fußball. Manchmal gewinnt der Bessere.“ Weitere Beispiele seiner Kunst waren: „Fußball ist einfach: Rein das Ding – und ab nach Hause.“, „Wir müssen die Köpfe hochkrempeln und die Ärmel natürlich auch.“, „Doppelpass alleine? Vergiss es!“

Erstmals wurde im Jahr 2008 ein Preis für das beste Fußball-Spiel vergeben. Eine Neuauflage ist nicht ausgeschlossen, auch wenn die Auszeichnung für den besten Fangesang aus dem Jahr 2007 keine Fortsetzung fand. Dafür gehört der Walther-Bensemann-Sonderpreis seit Beginn zum festen Bestandteil der Gala. Zu Ehren des kicker-Gründers werden Persönlichkeiten geehrt, die für interkulturelle Verständigung im Umfeld des Fußballs stehen. Im Jahr 2008 ging der Preis an den legendären Torhüter Bernd Trautmann, der damit zum Nachfolger der Fußballgrößen Alfredo di Stefano (2007) und Franz Beckenbauer (2006) wurde.

Kai Endres

Letzte Aktualisierung: 2011-07-18 04:12:06 +0200 (CEST)