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Cafú hat Bock auf Fußball

02.08.2007

Als Marcos Evangelista de Moraes – genannt Cafú – im Juli 2003 im Alter von 33 Jahren zum AC Mailand wechselte, glaubten nicht viele an eine lange oder gar erfolgreiche Zukunft des brasilianischen Rechtsverteidigers. Doch der zweifache Weltmeister beweist schon im fünften Jahr das Gegenteil.

Geboren am 7. Juni 1970 in São Paulo begann Cafú seine Profilaufbahn 1988 beim FC São Paulo. Dort blieb er sechs Jahre. In dieser Zeit gewann er jährlich mindestens eine nationale Meisterschaft, einen südamerikanischen Titel oder den Weltpokal, der für ihn und für Südamerikaner generell einen hohen Stellenwert hat. Krönender Abschluss war sein erster WM-Titel mit der brasilianischen Nationalmannschaft 1994. Im gleichen Jahr begann für Cafú eine dreijährige Odyssee, die ihn über Real Saragossa und Palmeiras São Paulo schließlich 1997 zum AS Rom verschlug. Dort avancierte er schnell zu einer unverzichtbaren Größe auf der rechten Außenbahn. Bis zum nächsten Titel dauerte es jedoch vier Spielzeiten. Erst 2001 holte er mit der Roma die Meisterschaft und den italienischen Supercup. Nachdem er sich 2002 mit seinen Kollegen aus der Seleção zum zweiten Mal die Weltkrone des Fußballs aufsetzte, schien sich die Karriere eines großen Spielers langsam ihrem Ende zu nähern. Doch nur ein Jahr später folgte der für viele überraschende Wechsel von Rom zum AC Mailand. Entgegen aller Expertenmeinungen waren die vier Jahre bei Milan überaus erfolgreich. Bislang bereicherten ein Scudetto, der Gewinn der Champions League sowie ein italienischer und europäischer Supercup die persönliche Titelsammlung des Brasilianers. Ein Ende ist nicht in Sicht...

In einem Interview mit dem hauseigenen Milan TV-Kanal erklärte Cafú, dass er in seinem Alter von Jahr zu Jahr denke. Er sei bereit für weitere Höchstleistungen, da er sich körperlich in guter Form fühle und somit immer noch seinen Beitrag zu den ambitionierten Zielen der Mannschaft leisten könne. Wie sehr dabei für Cafú der Teamgedanke im Vordergrund steht, lässt sein Statement zum für ihn erst kürzlich verpassten Champions League-Finale erkennen. Natürlich hätte er am 23. Mai 2007 in Athen gerne gegen den FC Liverpool gespielt, doch die Meinung des Trainers stehe in jedem Fall über dem persönlichen Schicksal des Einzelnen. Wichtig war nur der Gewinn des Pokals. Auch über zwei Landsmänner im Verein äußerte sich der Routinier positiv. Angesprochen auf die unklare Situation von Kaka, für den nach spanischen Presseinformationen ein Angebot von Real Madrid über gut 50 Millionen Pfund vorliegen soll, erklärte Cafú, dass Kaka ein intelligenter Junge sei, der genau wisse was er tue. Über Leonardo, einen ehemaligen Mannschaftskollegen in der Nationalmannschaft und derzeit in der Geschäftsführung von Milan tätig, sagte er, dass seine Arbeit für den AC Mailand sehr wichtig sei und er seine Sache gut mache. Kraft für die Zukunft gibt ihm vor allem seine intakte Familiensituation, die es dem Brasilianer außerhalb des Platzes leicht macht, sich voll und ganz auf seinen Job zu konzentrieren. Als Ausblick für die kommende Saison sagte Cafú, dass der AC Mailand auch in diesem Jahr die Experten wieder Lügen strafen wolle. Unter diesen gilt Milan weder national noch international als Titelkandidat. Doch Cafú fügte abschließend hinzu, dass die Ergebnisse auf dem Platz und nicht in den Medien gemacht werden.

Kai Endres

Letzte Aktualisierung: 2011-07-18 04:11:37 +0200 (CEST)