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Brasilien ist Futsal-Weltmeister

22.10.2008

Vom 30. September bis zum 19. Oktober 2008 fand in Brasilien die 6. Weltmeisterschaft der besten Hallenfußballer statt, bei der sich die Gastgeber am Ende in einem dramatischen Finale gegen Dauerrivale Spanien knapp im Sechsmeterschießen durchsetzten.

Als der Spanier Marcelo im Endspiel der 6. Futsal-Weltmeisterschaft beim zehnten Sechsmeter am brasilianischen Torhüter Tiago scheiterte, kannte der Jubel im Gimnasio Maracanazinho von Rio De Janeiro keine Grenzen. Denn in diesem Moment hatten die Gastgeber das Sechsmeterschießen mit 4:3 für sich entschieden und damit zum insgesamt vierten Mal in der Geschichte den Titel der weltbesten Hallenfußballer erobert. Und trotz der knappsten aller möglichen Entscheidungsfindungen im Rahmen der offiziellen Regularien fand sich mit Brasilien letztlich auch ein verdienter Weltmeister, drückten doch die Südamerikaner vor eigenem Publikum dem Turnier von Beginn an ihren Stempel auf. Einzig im Finale gegen Europameister Spanien konnten die Hausherren ihr Heimrecht nach einem 2:2 in der regulären Spielzeit nicht in einen Sieg ummünzen. Dabei egalisierten die Iberer einen zweimaligen Rückstand, ehe es nach torloser Verlängerung zum erwähnten Entscheidungsschießen vom Sechsmeterpunkt kam.

Der Weg ins Finale glich für die Brasilianer zumindest in der Vorrunde einem Spaziergang. Die Gruppengegner Japan (12:1), Salomonen (21:0), Russland (7:0) und Kuba (9:0) wurden mehr als deutlich in die Schranken gewiesen. Der höchste Sieg in dieser Gruppe sowie des gesamten Turniers gelang jedoch Russland beim 31:2 über Neuling Salomonen. Überhaupt fielen die Russen, die derzeit auf europäischer Vereinsebene den Ton angeben, durch ihren enormen Torhunger auf, der sie über die Zwischenrunde ins Halbfinale führte. Dort endete allerdings auch das zweite Aufeinandertreffen mit dem späteren Weltmeister unerfreulich für Russland (2:4). Die Brasilianer hielten sich bis zu diesem Spiel in ihrer Zwischenrunde gegen Asienmeister Iran (1:0), Vize-Europameister Italien (3:0) und die Ukraine (5:3) schadlos.

Endspielgegner Spanien musste sich im Verlauf des Turniers schon deutlich mehr mühen, das für die Iberer beim 3:3 gegen den Iran durchwachsen begann. Es folgten Siege über Libyen (3:0), Tschechien (4:0) und Uruguay (3:0), bei denen die Spanier ihre starke Abwehrarbeit demonstrierten. Auch in der Zwischenrunde war dieses Bollwerk bei den Erfolgen gegen Russland (5:2), Argentinien (2:1) und Paraguay (4:1) nur selten zu überwinden. Im Halbfinale kam es anschließend zu einer Neuauflage des EM-Finals von 2007 gegen Italien, bei dem Spanien erst in der letzten Sekunde der Verlängerung durch ein Eigentor von Foglia glücklich mit 3:2 die Oberhand behielt. Für die Italiener blieb als Trost noch die Bronzemedaille nach einem 2:1 im Spiel um den dritten Platz gegen Russland.

Mit Brasilien und Spanien trafen sich im Finale die besten Futsal-Mannschaften der letzten beiden Jahrzehnte. Bei Weltmeisterschaften, die seit 1989 ausgetragen werden, konnte bislang keine andere Nation in die Phalanx der beiden Top-Mannschaften eindringen. Nachdem sich die Brasilianer 1989, 1992 und 1996 bei den ersten Auflagen des Turniers jeweils den Titel sicherten, übernahm Spanien 2000 und 2004 das Zepter. Darüber hinaus durften sich bislang nur Italien und die USA (je 2x) sowie Portugal, Russland und die Niederlande (je 1x) über Edelmetall freuen. Medaillenhoffnungen für deutsche Hallenfußballer liegen nach wie vor in weiter Ferne.

Kai Endres

Letzte Aktualisierung: 2011-07-18 04:12:06 +0200 (CEST)