28.12.2008
Die Weihnachtpause in der Primera División kann der FC Barcelona als Tabellenführer mit einem komfortablen Vorsprung feiern, da es der Konkurrenz an sportlicher Konstanz fehlte. Lokalrivale Espanyol Barcelona hat im Tabellenkeller ganz andere Sorgen.
Der FC Barcelona reagierte auf den dritten Platz der Vorsaison mit einem Trainerwechsel und dem Austausch einiger prominenter Spieler. Im Ergebnis stand nach dem 16. Spieltag [1] eine Auftaktniederlage bei Aufsteiger Numancia, der 13 Siege und zwei Remis folgten. Dank dem besten Angriff und der besten Abwehr distanzierten die Katalanen ihre Mitbewerber deutlich. Zehn Punkte hinter Barca führt der FC Sevilla das Feld der restlichen Titelkandidaten an, die sich im bisherigen Verlauf der Saison mindestens eine kurze sportliche Auszeit erlaubten.
So auch Atletico Madrid und der FC Valencia, die als punktgleiches Duo nur einen Zähler hinter dem FC Sevilla liegen. Zum fünfköpfigen Verfolgerfeld gehören darüber hinaus Real Madrid und der FC Villarreal, die ihre spielerische Krise in der Vorweihnachtszeit erlebten, was bei den Königlichen in letzter Konsequenz einen Austausch des Cheftrainers zur Folge hatte. In den Dunstkreis der internationalen Plätze schob sich auch Deportivo La Coruna, das vor allem von seiner Heimstärke profitierte, während in der Fremde bis dato nur ein Dreier gelang.
Im Rahmen der Erwartungen und vielleicht sogar etwas darüber liegen vier Teams, die zum Jahreswechsel das obere Mittelfeld bestücken. Real Valladolid etablierte sich in ungewohnten Regionen mit zumeist starken Auftritten vor heimischer Kulisse, nachdem die Mannschaft seit der Jahrtausendwende vornehmlich im unteren Mittelfeld zu finden war und 2004 sogar einen Abstieg verkraften musste. Ähnlich erging es dem FC Malaga, der den Abstieg im Jahr 2006 erst 2008 durch den Wiederaufstieg korrigierte und nach holprigem Beginn mit einem starken Zwischenspurt im Oktober in sichere Gefilde vordrang.
Einen vergleichbar schwachen Start wie Malaga legte Mitaufsteiger Sporting Gijon hin, dessen Rückkehr in die Primera Division nach zehnjähriger Abstinenz mit fünf Niederlagen begann. Dem folgten vier Dreier und fortan noch einige Überraschungen in der Fremde, wo die Elf häufiger punktete als zu Hause. Dagegen kein ungewohnter Gast im oberen Mittelfeld ist der FC Getafe, der als Aufsteiger des Jahres 2004 bislang sämtliche Spielzeiten ohne ernsthafte Abstiegssorgen überstand.
Das untere Mittelfeld beginnt mit Athletic Bilbao auf Platz zwölf, das sich mit vier Siegen aus den letzten sechs Spielen von der Abstiegszone löste. Betis Sevilla gelang dieses Kunststück mit einer ähnlichen Serie in den Monaten Oktober und November. Dahinter hatte Racing Santander im November seine sportliche Hochphase, die jedoch von zu vielen Unentschieden für den Vorjahressechsten begleitet wurde. Im Vergleich zu Santander ist ein Platz im unteren Mittelfeld für Neuling CD Numancia das angestrebte Ziel, das der Aufsteiger vorerst dank seiner Heimstärke erreichte.
Die Abstiegszone beginnt auf Rang 16 mit UD Almeria, das nach vier Erfolgen zum Auftakt aus dem Tritt kam. Ebenfalls nur knapp über den Strich schaffte es RCD Mallorca, das sich neben einer latenten Auswärtsschwäche zu viele Heim-Remis leistete. Den schlimmsten Absturz im bisherigen Saisonverlauf erlebte Espanyol Barcelona, das nach zwei Siegen zum Auftakt Spitzenreiter war, mittlerweile aber auf den drittletzten Platz abrutschte. Hinter Espanyol liegen derzeit nur noch Recreativo Huelva und CA Osasuna, die bereits in der vergangenen Spielzeit nur knapp dem Abstieg entrannen und in der aktuellen Saison am beständigsten im Tabellenkeller verweilen. Doch weder die Hoffnung auf den Klassenerhalt noch der Kontakt zum rettenden Ufer ist für 2009 verloren. Und schon am 3. Januar geht es weiter [2].
Kai Endres
[1] http://www.langerball.de/spanische_liga/0809/16/
[2] http://www.langerball.de/spanische_liga/0809/17/