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Fußball Spanien: Primera División Saison 2006/2007

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Königliche Defensivkünstler

Real Madrid hatte nach famosem Endspurt Meisterschaft Nummer 30 eingefahren, Titelverteidiger FC Barcelona blieb aufgrund des schlechteren direkten Vergleichs mit den Königlichen nur der zweite Platz. Die Qualifikation zur Champions League wurde durch den FC Valencia und den FC Sevilla bereichert. Die Andalusier holten darüber hinaus den spanischen Pokal und verteidigten den UEFA Cup. Die in der kommenden Spielzeit für diesen Wettbewerb berechtigenden Plätze belegten der FC Villareal und Real Saragossa. Nach spannendem Abstiegskampf mussten Celta de Vigo, Real Sociedad San Sebastian und Gimnastic de Tarragona den Weg in die Segunda Division antreten.

Dass der Meister der spanischen Primera Division einmal mehr Real Madrid hieß, war nicht weiter verwunderlich. Vielmehr war es die Art und Weise, mit der Trainer Fabio Capello das Spielverständnis der Königlichen innerhalb nur eines Jahres missionierte. Magere 66 Tore reichten dem voll auf Defensive getrimmten Team des italienischen Erfolgscoaches zum Titelgewinn. Von dieser Bescheidenheit wollte der FC Barcelona nichts wissen. Von den zahlreichen Superstars der Katalanen schickte sich Messi gar an, seine Tore nicht einfach nur zu schießen, sondern sie als Doubletten der legendärsten Maradona-Treffer aus dem Jahr 1986 zu gerieren. Doch selbst die „zweite Hand Gottes“ war letztlich zu wenig, um die Auswärtsstärke der neuen Abwehrspezialisten aus der Hauptstadt zu übertreffen.

Zumindest theoretische Titelchancen besaß bis kurz vor Ende der Saison auch der FC Sevilla, allerdings dürften sich die Andalusier auch über den dritten Platz und die damit verbundene Möglichkeit der Champions League-Qualifikation gefreut haben. Zumal das Team erneut auf europäischer Bühne mit der Verteidigung des UEFA Cups glänzte. Zusätzlich holten sie noch den spanischen Pokal im Endspiel gegen den auch in der Liga äußerst aufmüpfigen Schuster-Club FC Getafe. Der FC Valencia schaffte nach einer durchwachsenen Saison als Vierter ebenfalls die Qualifikation zur Champions League. Das Rennen um die UEFA Cup-Plätze entschieden der FC Villareal und Real Saragossa für sich. Dabei erklomm Villareal den sechsten Tabellenplatz erst am vorletzten Spieltag.

Im Abstiegskampf sah es zwischenzeitlich so aus, als könnte es die Traditionsvereine Athletic Bilbao und Real Betis Sevilla erwischen. Beide Teams retteten sich jedoch durch ordentliche Leistungen in der Schlussphase der Saison. Dafür verschwand ein anderer Dino vorerst in die Versenkung: Real Sociedad blieb nach einer völlig verkorksten Saison nur der Abstieg. Noch überraschender war der Niedergang von Celta de Vigo. Immerhin erreichte das Team im Vorjahr noch den UEFA Cup. Davon träumte auch ganz Tarragona. Der Sieg im ersten Spiel war gleichbedeutend mit der besten Saisonplatzierung des Aufsteigers (7.). Bis zum nächsten Dreier gingen aber weitere 12 Spieltage ins Land. Und bereits zu diesem Zeitpunkt war nicht nur den Experten klar, dass der Blick nach unten gerichtet werden musste. Es kamen zwar noch fünf Siege hinzu, den letzten Platz behielt der Neuling jedoch bis zum Schluss.

Kai Endres