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Fußball Italien: Serie A Saison 2003/2004
Milan ganz oben
Mit elf Punkten Vorsprung wurde der AC Mailand souverän italienischer Meister. Den zweiten Platz und damit die sichere Champions-League-Teilnahme sicherte sich der AS Rom. Juventus Turin und Inter Mailand müssen sich auf den Plätzen drei und vier erst noch für die Königsklasse qualifizieren. In den UEFA-Cup ziehen der AC Parma, Lazio Rom und Udinese Calcio ein. Von vier Aufsteigern konnten drei die Klasse halten. Lediglich Ancona Calcio muss als abgeschlagenes Schlusslicht mit nur 13 erzielten Punkten die Serie A direkt wieder verlassen. Begleitet werden sie von Empoli und Modena. Perugia rettete sich am letzten Spieltag auf den Relegationsplatz und darf weiter auf den Verbleib in der Serie A hoffen.
Spitzentrio
AC Mailand, AS Rom und Juventus Turin hatten sich bereits zur Winterpause entscheidend von der Konkurrenz abgesetzt. Der AS Rom sicherte sich nach einer phantastischen Hinrunde die Herbstmeisterschaft. Mit einer unwiderstehlichen Siegesserie überholte Milan die Römer in der Rückrunde. Bis zum 26. Spieltag hatte der AC gegenüber Roma und Juve zehn Punkte Vorsprung. Titelverteidiger Juventus Turin hielt lange gut mit, kam in dieser Saison aber nie richtig in Tritt. Bereits drei Spieltage vor Schluss machte der AC Mailand die Meisterschaft perfekt. Dabei erlaubte sich Milan lediglich zwei Saisonniederlagen. Der AS Rom konnte die Form der Hinrunde nicht ganz halten. Dank einer kleinen Juve-Krise zum Rundenende sicherten sich die Römer den zweiten Platz, der zur direkten Teilnahme an der Champions-League berechtigt. Juventus muss in die Qualifikation.
Internationales Geschäft
Inter Mailand sicherte sich nach einer Saison mit zwei großen Krisen am doch noch den vierten Platz. Neben Juventus Turin dürfen sie somit an der Qualifikation zur Champions-League teilnehmen. Bis zur Winterpause hatte Inter bereits den Anschluss zur Spitze verloren. Nach einer Niederlagenserie zu Beginn der Rückrunde mussten sie zeitweise sogar die internationalen Ränge verlassen. Doch mit einer Erfolgsserie in den letzten Spielen setzten sie sich knapp gegen die Konkurrenten AC Parma und Lazio Rom durch. Parma und Lazio kämpften lange um den vierten Platz. Am Ende hatten beide das Nachsehen. Eine wirkliche Erfolgsserie konnte keiner in dieser Saison starten. Die Konstanz lag in der Unkonstanz. Udinese Calcio zieht auf dem siebten Platz ebenfalls direkt in den UEFA-Cup ein, da durch den Pokalsieg von Lazio Rom ein Platz frei wurde. Lange kämpfte Udinese mit Sampdoria Genua um den siebten Platz. Erst am drittletzten Spieltag konnten sie sich vorentscheidend absetzen.
Mittelfeld
Sampdoria Genua ist am Saisonende als Achter bester Aufsteiger. Lange Zeit sah es so aus, als könnten sie sich sogar direkt für das internationale Geschäft qualifizieren. Der Sprung unter die ersten sechs ist nach einem holprigen Saisonstart allerdings nie gelungen. Dafür hatte Genua als Aufsteiger nie etwas mit dem Abstieg zu tun.
Gleiches lässt sich über Chievo Verona sagen, die nach Platz sieben im Vorjahr die aktuelle Saison mit dem neunten Rang abschlossen. Auch Chievo hatte zeitweise Tuchfühlung zum internationalen Geschäft. Die meiste Zeit bewegte man sich allerdings im gesicherten Mittelfeld - jenseits von Gut und Böse.
Mit dem US Lecce folgt der zweitbeste Aufsteiger auf dem zehnten Platz. In der Hinrunde hatten sie noch große Schwierigkeiten mit der neuen Spielklasse. Lecce fand sich folglich im Tabellenkeller wieder. Lediglich drei Siege und drei Unentschieden standen am Ende der Vorrunde auf der Habenseite. Am Ende waren es elf Siege und acht Unentschieden. Dank dieser sensationellen Rückrunde konnte Lecce bereits zwei Spieltage vor Schluss den Klassenerhalt bejubeln.
Der Tabellenelfte aus Brescia kam am Anfang ähnlich schlecht wie Lecce aus den Startlöchern. Im Verlauf der Saison hielt man sich häufig im unteren, gesicherten Mittelfeld auf. Der Abstand zu den Abstiegsplätzen betrug in der Abschiedssaison von Roberto Baggio fast schon konstant sechs Punkte.
Bologna (12.) bewegte sich während der Vorrunde noch in der Abstiegszone. Erst zur Winterpause konnten sie sich ein wenig von den unteren Rängen absetzen. Eine Niederlagenserie in der Rückrunde ließ die Abstiegsgefahr zumindest kurzfristig wieder akut werden. Doch letztlich reichte es zu einem über weite Strecken ungefährdeten Platz im unteren Mittelfeld.
Abstiegszone
Aufsteiger AC Siena und Reggina Calcio konnten erst nach dem vorletzten Spieltag den sicheren Verbleib sicherstellen. Siena hatte dabei nach einer guten Vorrunde einen Platz im gesicherten Mittelfeld inne. In der Rückrunde ging es allerdings stetig bergab. Erst mit dem zweiten Rückrundensieg am vorletzten Spieltag erreichte der Aufsteiger kurz vor Schluss das rettende Ufer.
Reggina wären beinahe die vielen Unentschieden zum Verhängnis geworden. Mit 16 Remis in 34 Spielen sind sie die Könige in dieser Disziplin. Am Ende reichte dies nur ganz knapp zu einem Nicht-Abstiegsplatz.
Unter dem Strich...
stehen am Ende der Saison Perugia, Modena, Empoli und Ancona. Perugia hatte seine stärkste Phase im UI-Cup vor der Saison. Der Alltag in der Serie A gestaltete sich dagegen mehr als schwierig. Zu Beginn der Rückrunde fand man sich abgeschlagen auf dem vorletzten Platz wieder. Den ersten Saisonsieg feierte Perugia erst am 22. Spieltag. Es folgten fünf weitere Siege bis zum Ende der Saison. So gelang am letzten Spieltag gerade noch der Sprung auf den Relegationsplatz. Im Vergleich mit dem Sechsten der Serie B können sie die Klasse doch noch halten.
Das Nachsehen hatten Modena und Empoli, die den bitteren Gang in die Serie B antreten müssen. Der Vorjahresfünfzehnte aus Modena startete dabei überraschend gut in die Saison. Letztlich wurden Modena die zwölf Unentschieden zum Verhängnis, denen nur sechs Siege gegenüberstanden.
Empoli fand sich bereits früh in der Abstiegszone wieder. Nach einer schwachen Hinrunde konnten sie sich in der Rückrunde leicht steigern. In der Endphase waren sie jedoch mental und physisch nicht stark genug, um das rettende Ufer zu erreichen.
Betrachtet man den Tabellenletzten Ancona Calcio, dann erscheint die Aufstockung der Serie A wie ein Witz. Der Aufsteiger hatte am Ende nur zwei Siege und 13 magere Zähler auf dem Konto. Schon nach dem Ende der Vorrunde standen sie praktisch schon als erster Absteiger fest. Am 29. Spieltag konnten sie als feststehender Absteiger den ersten Saisonsieg verbuchen.
Kai Endres
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