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Bundesliga Saison 2004/2005
Erster Meistertitel für Magath
Mit sagenhaften 14 Punkten Vorsprung feierte der FC Bayern seine 19. Meisterschaft. Felix Magath erwies sich in seiner ersten Saison beim Rekordmeister als würdiger Nachfolger für Erfolgscoach Ottmar Hitzfeld und erfüllte die hoch gesteckten Erwartungen auf Anhieb.
Zu Beginn der Amtszeit von Felix Magath sah es zunächst nicht nach einer harmonischen Zusammenarbeit aus. Der als Quälix bekannte Übungsleiter versuchte es auch in München mit den Werten Disziplin, Ordnung und Fitness. Bei den verwöhnten Topstars stieß er damit jedoch auf erheblichen Widerstand. Erst ein Kantersieg in der Champions League gegen Ajax markierte den Wendepunkt. Die Spieler erkannten fortan immer deutlich, dass sie von der verschärften Gangart in der Vorbereitung auf dem Rasen extrem profitieren. So setzten die Bayern nach überstandenen Anlaufschwierigkeiten spätestens in der zweiten Hälfte der Rückrunde zum Alleingang in der Liga an.
Im spannenden Finale um die Plätze im internationalen Geschäft setzte sich Werder Bremen aus der Verfolgerposition heraus durch. Schalke hatte sehr viel Mühe in Freiburg, machte aber die direkte CL-Teilnahme aus eigener Kraft klar. Die Absteiger verabschiedeten sich mit vorzeigbaren Leistungen.
"Bis auf Reputation gab es für uns heute nichts mehr zu holen", erklärte Bochums Trainer Peter Neururer. Aber genau diese sicherte sich der abgestiegen VfL mit dem 1:0-Auswärtserfolg beim Hamburger SV, und auch die zwei anderen Absteiger, Hansa Rostock (1:2 in Dortmund) und SC Freiburg (2:3 gegen Schalke), verabschiedeten sich mit sportlich ansprechenden Leistungen von der Erstklassigkeit. Eine böse 1:5-Packung kassierten in der BayArena die unter Coach Horst Köppel bis dahin noch gegentorlosen Gladbacher - da der Klassenerhalt jedoch zuvor bereits gesichert war, konnte der Trainer das Debakel leicht verschmerzen: "Es ist besser, dass es uns jetzt einmal so richtig erwischt hat, als zum Beginn der neuen Saison". Sein Gegenüber Klaus Augenthaler erreichte mit Leverkusen den UEFA-Cup-Platz. Dass das Minimalziel aber - wie gehabt - erst auf den letzten Drücker gesichert wurde, konnte nicht unkommentiert bleiben: "Offenbar ist es mir nicht vergönnt, in Leverkusen am letzten Spieltag mal in Ruhe auf der Bank zu sitzen". Auf der Bank hielt es schon während der gesamten Saison FSV-Trainer Jürgen Klopp selten, dessen Jubel nach dem 2:1-Sieg in Nürnberg auch darin begründet lag, dass Mainz noch vor dem Club und Bielefeld (1:2 gegen Wolfsburg) als bester Aufsteiger abschnitt. Außerdem hatte man den rheinland-pfälzischen Lokalrivalen aus Kaiserslautern hinter sich gelassen.
Die unmotivierten Lauterer waren nicht der Lage, den um die CL-Qualifikation kämpfenden Bremern Paroli zu bieten. Werder gewann auf dem "Betze" 2:1 und erreichte damit tatsächlich noch Rang drei (vorher Platz fünf), was auch an den schwachen Auftritten der Konkurrenten im Saisonendspurt lag. Stuttgart, vor dem Spieltag noch Dritter, fiel durch die deprimierende 1:3-Niederlage gegen den unterforderten FC Bayern auf Platz fünf zurück und Hertha BSC fand in Hannovers Abwehrbollwerk keine Lücke - das 0:0-Remis bedeutete nur die Sicherung von Rang vier, der nach dem Saisonverlauf jedoch als Erfolg zu werten ist. Ein Treffer und ein damit verbundener Sieg hätte den Berlinern im Endeffekt gereicht, dann wären sie Tabellendritter gewesen und hätten in der Champions League-Qualifikation antreten können. Aber es sollte nicht sein.
Wolfsburgs 2:1-Auswärtssieg in Bielefeld sicherte den Niedersachsen die UI-Cup-Teilnahme - zumindest ein Trostpflaster bei dem von Querelen erschütterten Klub, der in der Hinserie acht Mal die Tabelle anführte. Mit einer keineswegs souveränen Abschlussvorstellung in Freiburg überquerte der FC Schalke die CL-Ziellinie. "Wir haben nach dem Ausgleich gemerkt, wieviel diese ganze Geschichte mit den Nerven zu tun hat", gab Trainer Ralf Rangnick zu, freute sich dann aber auch über den aus eigener Kraft erreichten zweiten Platz. Platz eins im Torjägerranking ging an den Clubberer Marek Mintal (24 Treffer), der auch am letzten Spieltag noch einmal zugeschlagen hatte: "Ich bin das erste Jahr in der Bundesliga und gleich Torschützenkönig, das ist fantastisch".
Kai Endres
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