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Bundesliga Saison 2003/2004
Werder deklassiert die Konkurrenz
Werder Bremen krönte eine herausragende Saison mit dem Gewinn der Deutschen Meisterschaft. Schon zum Ende der Vorrunde hatten sich die Norddeutschen an der Spitze von den Verfolgern Bayern München, VfB Stuttgart und Bayer Leverkusen leicht abgesetzt. Für den Rekordmeister aus München ist Platz zwei nach einer Saison ohne Titel nur ein schwacher Trost. Mit Neuverpflichtungen und einem Trainerwechsel wollen sie in der nächsten Spielzeit wieder angreifen. Leverkusen konnte nach Abstiegskampf in der Vorsaison mit Rang drei eine erfolgreiche Saison verbuchen. Die Stuttgarter konnten insgesamt das Niveau der Vorsaison konservieren. Mit dem Ergebnis UEFA-Cup-Platz wird man bei den Schwaben jedoch nicht restlos zufrieden sein. Um den letzten freien UEFA-Cup-Platz gab es bis zum letzten Spieltag ein spannendes Duell der drei Ruhrpottclubs aus Bochum, Dortmund und Schalke. Am Ende hatte ausgerechnet der kleine Bruder aus Bochum die Nase vorn. Die in der Vorrunde stark ersatzgeschwächten Dortmunder konnten mit voller Besetzung in der Rückrunde auch das Minimalziel internationaler Wettbewerb nicht erreichen. Auch Schalke 04 und der Hamburger SV kamen über Plätze im Verfolgerfeld nicht hinaus. Gladbach, Berlin, Freiburg, Hannover und Kaiserslautern blieben am Ende der Saison relativ souverän über dem Strich. Den bitteren Gang in die zweite Liga müssen Eintracht Frankfurt, 1860 München und der 1. FC Köln antreten.
Werder Bremen krönte eine herausragende Saison mit dem Gewinn der Deutschen Meisterschaft. Schon zum Ende der Vorrunde hatten sich die Norddeutschen an der Spitze von den Verfolgern Bayern München, VfB Stuttgart und Bayer Leverkusen leicht abgesetzt. In der Rückrunde erlaubte sich Werder erst nach dem sicheren Titelgewinn zwei Niederlagen. Stuttgart und Leverkusen nahmen sich bereits zu Beginn der Rückrunde ihre Auszeit, so dass nur noch die Bayern mit respektvollem Abstand den Bremern folgen konnten. Für den Rekordmeister aus München ist Platz zwei nach einer Saison ohne Titel nur ein schwacher Trost. Mit Neuverpflichtungen und einem Trainerwechsel wollen sie in der nächsten Spielzeit wieder angreifen. Für Bayer Leverkusen war ein Platz in der Spitzengruppe in der Hinrunde noch eine Überraschung. Trainer Augenthaler hatte das Trauma Abstiegskampf aus den Köpfen seiner Spieler verbannt. Und wäre die Negativserie von sechs nicht gewonnen Spielen zur Rückrunde nicht gewesen - vielleicht hätte Bayer sogar den Nimbus des ewigen Zweiten ablegen können. Am Ende können die Leverkusener mit Platz drei dennoch ein positives Ergebnis verzeichnen. Die Qualifikation zur Champions-League wird Bayer schon ohne seinen schwergewichtigen Manager Reiner Calmund antreten, da dieser sich aus dem Profifußball nun endgültig zurückziehen will. Die Stuttgarter konnten insgesamt das Niveau der Vorsaison konservieren. Mit dem Ergebnis UEFA-Cup-Platz wird man bei den Schwaben jedoch nicht restlos zufrieden sein. Immerhin konnten die jungen Spieler den starken Eindruck aus dem letzten Spieljahr bestätigen. Der zu Bayern München wechselnde Trainer und Macher der jungen Wilden Felix Magath übergibt seinem Nachfolger Matthias Sammer ein bestelltes Feld.
Um den letzten freien UEFA-Cup-Platz gab es bis zum letzten Spieltag ein spannendes Duell der drei Ruhrpottclubs aus Bochum, Dortmund und Schalke. Am Ende hatte ausgerechnet der kleine Bruder aus Bochum die Nase vorn. Nur drei Rückrundenniederlagen erlaubte sich ein von Peter Neururer auf Erfolg getrimmter VfL. Die in der Vorrunde stark ersatzgeschwächten Dortmunder konnten mit voller Besetzung in der Rückrunde auch das Minimalziel internationaler Wettbewerb nicht erreichen. Der stark angeschlagene BVB steht damit finanziell unter Druck und wird einige Leistungsträger verkaufen müssen. Dagegen rüsten die Schalker für die kommende Spielzeit mächtig auf. Manager Assauer hat mit einem gut gefüllten Geldkoffer seinen Weg durch die Liga gemacht. Nun ist es an Jupp Heynckes daraus auch eine Erfolgsmannschaft zu basteln. Nochmalig werden die Fans in der heimischen Arena AufSchalke mit einem siebten Platz nicht zufrieden sein. Auch Klaus Toppmöller sieht seinen HSV nicht im Mittelfeld. Im Verlauf der Saison übernahm Toppi vom erfolglosen Kurt Jara das Zepter bei den Norddeutschen, denn nach dem Gewinn des Ligapokals fand sich der HSV in der Saison im Abstiegskampf wieder. Unter Toppmöller gewann die Mannschaft wieder die gewohnte Heimstärke. Auswärts leistete man allerdings regelmäßig einen Offenbarungseid. Mehr als ein UI-Cup-Platz war so nicht möglich.
Wolfsburg und Rostock hatten im Mittelfeld der Liga im Verlauf der Saison mit ähnlichen Problemen zu kämpfen. Die Rostocker ersetzten bereits in der Vorrunde den zum FC Augsburg wechselnden Armin Veh durch Juri Schlünz. Danach startete die Mannschaft eine unwiderstehliche Erfolgsserie. Martin Max führte die Ostseestädter mit seinen Toren frühzeitig ins gesicherte Mittelfeld. Bei Wolfsburg reagierte man in Sachen Trainer erst nach einer ausgewachsenen Misserfolgsserie von fünf Niederlagen am Stück in der Rückrunde. Erik Gerets übernahm das Amt von Jürgen Röber und führte die grauen Wölfe ins gesicherte Mittelfeld - jenseites von gut und böse. Durch die Nicht-Teilnahme der Italiener am UI-Cup sowie den Verzicht von Hansa Rostock sind die Wolfsburger in letzter Sekunde sogar noch in den Hoffnungscup des internationalen Wettbewerbs hineingerutscht.
Gladbach, Berlin, Freiburg, Hannover und Kaiserslautern blieben am Ende der Saison relativ souverän über dem Strich. Doch danach sah es im Verlauf der Saison nicht immer aus. Die Borussia aus Gladbach sicherte sich mit der gewohnten Heimstärke auf dem Bökelberg den Klassenerhalt. Der neue Nordpark hat damit eine schwere Hypothek. Die Hertha erlebt über weite Strecken eine Horrorsaison. Häufig fand man sich nur auf einem Abstiegsrang wieder, was nach viel hin und her auch zur Entlassung von Huub Stevens führte. Trainer-Senior Hans Meyer führte mit seiner eigenen Art die Berliner in der Rückrunde zum Verbleib in der höchsten deutschen Spielklasse. Damit kann man sich an der Spree mit Neu-Trainer Falco Götz wieder höheren Zielen widmen. Die hatten die Berliner ursprünglich schon dieses Jahr ins Auge gefasst. Die Freiburger behaupteten sich als einziger Aufsteiger in der Bundesliga. Die Breisgaubrasilianer hätten mit mehr Effektivität sogar an den internationalen Plätzen schnuppern dürfen. Am Schluss fehlten etwas die Kräfte, um ganz ohne Angst über dem Strich zu bleiben. In Hannover zog man in diesem Jahr erst spät die Reißleine. Ewald Lienen konnte eine schwächelnde 96er-Mannschaft schließlich vor dem Sturz in Liga zwei bewahren. Gleiches gelang Kurt Jara mit dem 1. FC Kaiserslautern, wobei die Pfälzer wegen Verfehlungen in der letzten Saison sogar mit drei Minuspunkten gestartet waren. Auswärts waren die Lauterer auch keineswegs bundesligatauglich. Die Klasse konnte ausschließlich mit großem Kampf am heimischen Betzenberg gehalten werden. Mit einer nahezu komplett veränderten Truppe hofft man in der Pfalz auf einen ruhigeren Saisonverlauf.
Den bitteren Gang in die zweite Liga müssen Eintracht Frankfurt, 1860 München und der 1. FC Köln antreten. Die Hessen sind als glücklicher Aufsteiger nie wirklich in der Bundesliga angekommen. Eine kleine Erfolgsserie zu Beginn der Rückrunde ließ nur kurz Hoffnung aufkeimen. Ansonsten blamierte man sich über weite Strecken gerade bei Auswärtsspielen. 1860 schien der neue Jugendstil von Trainer Götz sehr gut zu bekommen. Jedenfalls war der Start in die Saison extrem positiv. Aber schon nach kurzer Zeit zeigten sich Risse. Mit der Führungskrise und dem Schmiergeldskandal um die Wildmosers nahm auch die sportliche Talfahrt in der Rückrunde an Tempo zu. Ein Verein ohne Krisenmanagement reagierte zu spät und muss folgerichtig die Klasse verlassen. In Köln plante man nach der souveränen Rückkehr in die Bundesliga Außergewöhnliches. Ein verstärkter Kader schien für den Klassenerhalt gerüstet. Doch auch ein Trainerwechsel konnte die Spieler nicht an ihre Leistungsgrenze bringen. Frühzeitig standen die Rheinländer als erster Absteiger fest. Immerhin lieferten sie mit Lukas Podolski dem deutschen Fußball ein junges Stürmertalent. Ob der Junge nach der EM auch in der zweiten Liga kicken will scheint fraglich.
Kai Endres
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